Schweiz baut wm-pause mit lego-pokal ab

San Diego – Während die Fußballwelt sich auf das Sechzehntelfinale der WM vorbereitet, genießt die Schweizer Nationalmannschaft eine unerhörte Verschnaufpause. Acht Tage trennen das letzte Gruppenspiel gegen Kanada (2:1) vom Duell gegen Algerien in der Nacht auf Freitag (5:00 Uhr MESZ) – eine Zeitspanne, die seit 1982 nicht mehr vorgekommen ist. Doch wie vertreiben sich Granit Xhaka und Co. die Zeit, abgesehen von Regeneration und Training?

Teamgeist im miniaturformat: lego-pokal als zeitvertreib

Teamgeist im miniaturformat: lego-pokal als zeitvertreib

Die Antwort ist überraschend: Mit Lego! Im Teamcamp in San Diego haben sich die Schweizer Spieler dem Zusammenbau des begehrten WM-Titels aus stolzen 2842 Steinen verschrieben. Ein ungewöhnlicher, aber offenbar effektiver Weg, um die lange Wartezeit zu überbrücken und den Teamgeist zu stärken. „Es ist eine tolle Möglichkeit, sich abzulenken und gemeinsam etwas zu erschaffen“, so ein Mitglied des Teams, das anonym bleiben wollte.

Die ungewöhnlich lange Pause hat ihren Ursprung in der Gruppenauslosung und den Ergebnissen der Vorrunde. Während andere Mannschaften bereits um ihren Platz im Achtelfinale kämpfen, können die Schweizer Kräfte sammeln und sich optimal vorbereiten. Trainer Murat Yakin gewährte seinem Team am Montag freien Tag und reist erst am Dienstag nach Vancouver weiter, wo das Sechzehntelfinale stattfinden wird. Auch ein mögliches Spiel gegen Kolumbien oder Ghana würde in der kanadischen Metropole ausgetragen werden.

Doch die lange Pause birgt auch eine gewisse Tücke. Die Spieler müssen ihre Konzentration hochhalten und vermeiden, in einen Trott zu geraten. „Es ist wichtig, dass wir die Zeit nutzen, um uns physisch und mental vorzubereiten, aber auch, um uns nicht zu langweilen“, betont Yakin.

Währenddessen sorgt ein anderes Thema für Gesprächsstoff: Der Tod der Mutter des französischen Nationalspielers Kingsley Coman. Das französische Team will trotz des tragischen Verlusts für Deschamps spielen. Ein Zeichen von Zusammenhalt und Respekt in einer emotionalen Zeit.

Die Schweizer können sich also entspannt zurücklehnen, den Lego-Pokal bewundern und sich auf das entscheidende Spiel gegen Algerien vorbereiten. Ob der Zusammenbau des Miniatur-Titels das Glück für die K.o.-Runde bringt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Schweizer haben ihre Wartezeit auf jeden Fall kreativ und mit Teamgeist gestaltet. Und vielleicht, nur vielleicht, liegt der Schlüssel zum WM-Titel ja in einem kleinen, bunten Lego-Stein.