Schweinsteiger: so säubere ich den bundestrainer-posten!
- Neuer: der beste torwart, aber die entscheidung ist getroffen
- Die abwehrkette: kimmich und raum gesetzt, tah und schlotterbeck im rennen
- Das mittelfeld: pavlovic als shootingstar, goretzka als physis
- Der angriff: havertz im sturm, wirtz und musiala als kreativköpfe
- Die jungen wilden: karl und el mala für überraschungen
- Schweinsteigers fazit: halbfinale als realistisches ziel
Die Diskussion um Manuel Neuer beschäftigt die Fußballwelt weiterhin, und Bastian Schweinsteiger hat sich nun in der Sendung Sport BILD zu Wort gemeldet. Der ehemalige Nationalspieler und Kapitän gibt offen und ehrlich seine Einschätzung zur Situation ab und skizziert, wie er als Bundestrainer Julian Nagelsmann vorgehen würde. Seine Aussagen sind brisant und werfen einen interessanten Blick hinter die Kulissen der DFB-Auswahl.
Neuer: der beste torwart, aber die entscheidung ist getroffen
„Wenn ich jetzt Bundestrainer wäre, würde ich bei Manuel Neuer anrufen“, beginnt Schweinsteiger. Seine Wertschätzung für den erfahrenen Schlussmann ist unverkennbar: „Für mich ist er der beste Torwart und spielt aktuell auf einem Top-Niveau.“ Doch er räumt ein, dass die Entscheidung bereits gefallen ist: „Aber das Thema hat sich ja eigentlich erledigt.“
Stattdessen lobt Schweinsteiger Oliver Baumann: „Bei der Nationalmannschaft hat er richtig, richtig gut gehalten, keine Fehler gemacht. Von daher hat er es sehr verdient, die Nummer eins zu sein. Ich mag ihn auch als Persönlichkeit sehr.“ Die Wahl von Baumann sei daher folgerichtig, auch wenn Hoffenheim nicht regelmäßig in der Champions League spielt – die aktuelle Bundesliga-Saison zeige jedoch, dass er auf höchstem Niveau agiert.

Die abwehrkette: kimmich und raum gesetzt, tah und schlotterbeck im rennen
In der Abwehr sieht Schweinsteiger eine klare Struktur: „In der Abwehrkette sind Joshua Kimmich und David Raum auf rechts und links gesetzt.“ Für die Innenverteidigung gibt es hingegen mehrere Optionen. Jonathan Tah überzeugt aktuell bei Bayern München und würde daher den Vorzug erhalten. „Er spielt bei Bayern echt eine tolle Saison. Daher würde ich ihn aufstellen.“
Neben Tah setzt Schweinsteiger auf Nico Schlotterbeck: „Er hat alles, ein ganz großer Anführer in der Nationalmannschaft zu sein. Wenn er sein Spiel, das er kann, auf den Platz bringt, würde er uns enorm verbessern.“ Entscheidend sei, dass er seine individuellen Fehler vermeidet, denn auch er ist abhängig von der Leistung der Mitspieler. Eine funktionierende Symbiose zwischen Mittelfeld, Angriff und Verteidigung sei unerlässlich – sowohl mit als auch ohne Ball.

Das mittelfeld: pavlovic als shootingstar, goretzka als physis
Im Mittelfeld sieht Schweinsteiger eine spannende Entwicklung: „Aleksandar Pavlovic hat im letzten halben Jahr einen unfassbaren Sprung gemacht. Ich sehe ihn als den Shootingstar. Ballsicher, laufstark, zweikampfstark, sehr guter Ballverteiler. Den sehe ich als richtigen Stabilisator, wie in einer Rodri-Position.“ Neben Pavlovic würde Schweinsteiger auf Leon Goretzka setzen, da Felix Nmecha noch von seiner Verletzung zurückkehrt. Goretzkas Physis sei gerade in Amerika, angesichts der dortigen Spielzeiten, von unschätzbarem Wert. Beide Spieler zeigen aktuell eine Top-Leistung bei Bayern München.
Der angriff: havertz im sturm, wirtz und musiala als kreativköpfe
„Insgesamt würde ich als Bundestrainer natürlich gerade versuchen, auf viele Bayern-München-Spieler zu setzen, weil sie diesen Top-Schwung von ihrem Verein haben“, betont Schweinsteiger. Angesichts des Ausfalls von Serge Gnabry würde er Kai Havertz im Sturmzentrum einsetzen und Florian Wirtz und Jamal Musiala in den Halbräumen agieren lassen. „Die beiden sind dort die Freigeister.“
Musialas Entwicklung sei beeindruckend: „Bei ihm sieht man gut diese Steigerung von Spiel zu Spiel. Auch von den Minuten her.“ Die Verletzung von Gnabry habe diesen Prozess sogar beschleunigt. Schweinsteiger ist überzeugt: „Jamal scheint mir wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Die letzten fünf, zehn Prozent fehlen vielleicht noch, aber ich bin da sehr, sehr positiv.“
Als vierte Offensivoption würde Schweinsteiger Chris Führich von Stuttgart bevorzugen, der immer wieder überraschende Elemente in sein Spiel einbringt. Alternativ könnte Jamie Leweling auf der rechten Seite für frischen Wind sorgen. Auch Lennart Karl, der in seinen zwei Länderspielen einen positiven Eindruck hinterlassen hat, solle mitgenommen werden.
Die jungen wilden: karl und el mala für überraschungen
„Karl und El Mala haben die Möglichkeit, mit einer Aktion die ganze Nation hinter sich zu bringen“, erinnert Schweinsteiger an Lukas Podolski und sich selbst bei der EM 2004. „Wichtig ist, dass die beiden mit dem Ball das machen, was sich richtig für sie anfühlt.“
Schweinsteigers fazit: halbfinale als realistisches ziel
„Wir können uns ja nicht zu den Top-Favoriten zählen, weil wir nicht unter den Top drei, vier der Welt sind“, mahnt Schweinsteiger zur Vorsicht. Ein Halbfinale zu erreichen wäre bereits ein großer Erfolg. „Vom ersten Moment muss ein Team-Gedanke und ein Teamgeist wie bei der EM da sein. Damit du die Fans hinter dich bekommst, mit der Art und Weise, wie du Fußball spielst.“ Das Team muss zusammenwachsen und den Willen zeigen, bis an die Grenzen zu gehen. Nur so kann Deutschland bei der Weltmeisterschaft bestehen.
