Schweden vor frankreich: kann potter mit offensive überraschen?

Miami – Graham Potter steht vor einer Zerreißprobe. Die schwedische Nationalmannschaft reist zur WM nach East Rutherford mit einem Angriff, der auf dem Papier beeindruckt, aber in der Defensive deutliche Schwächen aufweist. Gegen das französische Dream-Team um Mbappé wird es für die Skandinavier zu einer echten Mammutaufgabe – und Potter muss eine riskante Entscheidung treffen.

Die teuren angreifer im fokus

Die teuren angreifer im fokus

Alexander Isak, der teuerste Spieler Schwedens, wechselte für 150 Millionen Euro vom Newcastle United zu Liverpool. Viktor Gyokeres, für 74 Millionen Ablöse vom Arsenal geholt, überzeugt ebenfalls. Und Anthony Elanga, der für 64 Millionen zum Newcastle kam, sorgt mit seinen Leistungen und dem mitreißenden „Rhythm is a dancer“-Gesang der Fans für Stimmung. Die Summe der Ablösesummen dieser drei Angreifer liegt bei fast 300 Millionen Euro – ein Statement der schwedischen Ambitionen. Potter scheint entschlossen, sie gemeinsam aufzustellen, obwohl die Abwehr bereits in der letzten Partie gegen die Niederlande mit einer deutlichen 0:5-Niederlage gescheitert ist.

Das Problem ist, dass Frankreich mit Mbappé, Dembélé und Olise eine noch stärkere Offensivkraft besitzt. Die Frage, die Potter beschäftigt, ist daher die klassische: Bleibt man dem eigenen Stil treu und riskiert eine hohe Niederlage, oder versucht man, das Spiel zu verlangsamen und auf eine taktische Lösung zu setzen? In der Pressekonferenz gab Potter den Poker nicht preis: „Es geht immer um ein Gleichgewicht. Wir müssen uns gegen Frankreich verteidigen, aber auch gefährlich nach vorne spielen.“ Ein Trugschluss, wie er leuchten mag.

Die Schweden verfügen zwar über die Möglichkeit, alternative Taktiken anzuwenden, doch Potter scheint auf seine bewährte Offensive zu setzen, da eine Umstellung eine Personallücke bedeuten würde. Elanga, der in den bisherigen Spielen überzeugt hat, oder Isak, der mit Verletzungen zu kämpfen hatte, könnten dabei ins Abseits geraten.

Es bleibt zu hoffen, dass Lindelof, der Kapitän, die Abwehr zusammenhält, allen voran ohne den verletzten Hien. Der Kapitän selbst deutete in der Pressekonferenz an, dass dies möglicherweise sein letztes Turnier sein könnte. Ein deutliches Zeichen der Erschöpfung und vielleicht auch der Resignation.

Die Wahrheit ist: Schweden wird gegen Frankreich mit aller Macht angreifen müssen. Ob dieser Ansatz aufgeht, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Ein langweiliges Spiel wird es nicht.