Schweden trainiert in dallas: ein draufgänger gegen frankreich?

Dallas, Texas – Ein ungewöhnlicher Trainingsort, ein ungewöhnlicher Gegner: Die schwedische Nationalmannschaft schärft in Texas ihre Waffen für das WM-Duell gegen Frankreich. Während die Buchmacher die Skandinavier schon als Abgesang ansehen, schwingt im Lager der „Blågult“ eine bemerkenswerte Euphorie.

Die trainingskulisse: stahl und trümmer im toyota stadium

Die trainingskulisse: stahl und trümmer im toyota stadium

Das Bild ging um die Welt: Ein Trainingsplatz inmitten von verbogenem Metall und Trümmern des Toyota Stadium, der Heimat des FC Dallas aus der Major League Soccer. Ein surrealer Kontrast zu den hochkarätigen Ambitionen des schwedischen Teams. Graham Potter, der Trainer, scheint diese ungewöhnliche Umgebung jedoch zu begrüßen – und weiß, dass sein Team wenig zu verlieren, aber potenziell viel zu gewinnen hat.

Didier Deschamps, der französische Bondetrainer, nimmt die Schweden keineswegs auf die leichte Schulter. Die Vorbereitung der Franzosen wird durch die verletzungsbedingte Ausfallgefahr von Dayot Upamecano erschwert. Saliba, der Dreh- und Angelpunkt der Abwehr, trainierte zwar isoliert, doch ob er für das Spiel bereitsteht, ist noch unklar. Konaté ist aktuell nur die vierte Wahl für die Innenverteidigung.

Die schwedische Physis als Trumpf: Die Schweden sind bekannt für ihre Körpergröße und ihre Stärke in der Luft. Spieler wie Victor Lindelöf, Alexander Isak und Viktor Gyökeres sind Experten darin, hohe Bälle zu verwerten. Die französischen Verteidiger werden auf eine harte Probe gestellt. Ayari und Nygren sind die Spezialisten für Standardsituationen – ein weiterer Faktor, der der französischen Abwehr Kopfzerbrechen bereiten könnte.

Millionen im Angriff, aber auch Verantwortung: Viel wird über die Summen gesprochen, die Frankreich für seinen Angriff investiert hat. Mbappé, Dembélé, Olise – die Namen sind Programm. Doch auch die schwedischen Stürmer haben teure Verträge. Alexander Isak, für 150 Millionen Euro vom Liverpool FC verpflichtet, und Viktor Gyökeres, für 63 Millionen Euro vom Arsenal FC, stellen gemeinsam eine Investition von über 200 Millionen dar. Isak erzielte in der Qualifikation ein Tor und lieferte drei Assists. Gyökeres, trotz seiner Rolle als Joker bei Arsenal, traf in der Premier League 21 Mal. Seine Quote spricht für sich.

Die Ausgangslage ist klar: Frankreich ist der Favorit. Doch die Schweden haben eine Rechnung offen. Sie wollen mit ihrer Physis, ihrer Entschlossenheit und einem Quäntchen Glück für eine Überraschung sorgen und die französischen Stars vor eine schwere Aufgabe stellen. Denn eines ist sicher: In der Welt des Fußballs kann auch ein vermeintlich aussichtsloses Team mit Leidenschaft und taktischer Finesse für Furore sorgen. Und die Schweden haben beides im Überfluss bewiesen.