Schwartz stürzt sich ins preußen-abstiegs-geröll – 222 zweitliga-spiele als karateschlag

Münster – Die Adler sind auf dem letzten Rastplatz der 2. Bundesliga gelandet, und wer springt aus dem Bus? Alois Schwartz, 58, Relegungs-Kieker, Sandhausen-Dauerbrenner, Mann fürs tiefe Wasser. Nach Trennung von Alexander Ende und dem 1:3 gegen Magdeburg verpflichtete der SC Preußen Münster den Coach, der schon mal den Karren aus dem Dreck zog – nur diesmal ist der Dreck zuhause.

Vertrag bis mai, pulsschlag bis 180

Der Deal läuft auf Saisonende, die Kündigungsfrist heißt Kiel. Dort geht’s am Ostersonntag zum direkten Kellerkracher – die Störche zwei Zähler voraus, zwei Plätze weniger Dramatik. „Ich habe die Aufgabe angenommen, weil ich an Turnaround glaube“, sagt Schwartz, der 222 Zweitliga-Spiele als Trainer auf dem Buckel hat und seit Freitag wieder auf der Bank sitzt.

Seine neue Crew: Kieran Schulze-Marmeling und Janis Hohenhövel als Co-Trainer, beide Münsteraner DNA, beide bereit, in sieben Spielen sieben Mal die Seele rauszuhauen. Sport-Geschäftsführer Ole Kittner schwärmt von „klarer Führung und Struktur“, codiert für: Die Mannschaft wurde zuletzt weder klar noch strukturiert geführt.

Testspiel im geheimen, dann der hafen der störche

Testspiel im geheimen, dann der hafen der störche

Am Donnerstag rollt der Ball gegen Havelse, zwischendurch Länderspielpause, also Zeit für Schwartz, Namen statt Nerven zu lernen. Die Spieler sollen wieder laufen, stolpern, fluchen – und endlich treffen. Denn die Torausbeute war das echte Problem: nur 25 Treffer, keiner in den letzten 135 Minuten. Die Defensive kassierte 51 Gegentore, Statistik als Sturzfolie.

Schwartz kennt die Relegation vom Gegner-Tripp, 2023 scheiterte er mit Saarbrücken knapp am Sprung nach oben. Nun geht’s nach unten, wo der SCP seit Wochen schlittert. Die Fans hoffen auf den Sandhausen-Blues, jene Jahre, als der Coach den SVS zweimal vor dem Abgrund wegmanövrierte. Ob die Methode auf Münster passt? Die Antwort steht am 19. Mai, wenn entweder Jubel oder Liga drei heißt.

Fakt: In den verbleibenden sieben Partien zählt jeder Punkt doppelt. Schwartz’ Lieblingssatz: „Erst die Arbeit, dann der Blick.“ Die Arbeit beginnt jetzt, der Blick richtet sich nach oben – oder in den freien Fall.