Schumacher schlägt auf dem oval ein: startreihe zwei in phoenix
Ein Woche nach dem
Frust von St. Petersburg schreit Mick Schumacher den Phoenix Raceway an. Der 25-Jährige qualifiziert sich beim zweiten Saisonlauf der IndyCar-Serie überraschend als Vierter – erstmals auf einem Oval, erstmals in der zweiten Startreihe, erstmals mit 279 km/h Durchschnitt über zwei fliegende Runden.Die Zahl steht: 173,667 mph. Schneller als Schumacher sind nur Penske-Star Josef Newgarden, dessen Teamkollege David Malukas und Graham Rahal vom eigenen RLL-Team. Die Boxenfunkstille bricht in Jubel aus, als die Ampel auf grün schaltet. „Wir wussten, was wir zu tun hatten, und haben gute Runden hinbekommen“, sagt Schumacher, noch atemlos vom G-Force-Kick auf der knapp 1,6 Kilometer kurzen Schleife.

Phoenix: kurz, schnell, gnadenlos
Kurzoval heißt die Kategorie, die hier jeden Fehler sofort bestraft. Keine Auslaufzonen, nur Beton und 250 Runden Vollgas am Samstagabend (21.00 Uhr MEZ/Live auf Sky). Die Startposition ist Gold wert, doch das Rennen wird entschieden, wer den 24-Wagen-Traffic am besten durchschlängelt. „Mit dem Verkehr wird es eine völlig andere Situation, das wird hart“, gibt Schumacher zu. Der Satz klingt wie eine Kampfansage an die Old-School-Indy-Piloten, die ihn nach dem St.-Petersfeld-Debakel abgeschrieben hatten.
Dort war er nach zwölf Kurzen durch eine Karambolage raus, bevor er überhaupt Rhythmus fand. Jetzt revanchiert er sich mit dem ersten Ausrufezeichen in der US-Karriere. Die Ingenieure hatten über Nacht Abtrieb gespendet, um das Heck des #66 Honda auf die glühende Betonbank zu drücken. Es zahlt sich aus. Schumacher fährt als Erster auf die Strecke und setzt den Maßstab, den die Konkurrenz nur noch überbieten kann.
Die Fahrerunion schaut auf. Auch wenn Newgarden am Ende 0,14 Sekunden schneller ist – der Deutsche hat sich im Feld etabliert. 250 Runden warten, um das Qualifying-Tempo in Punkte zu verwandeln. Die Tribünen sind ausverkauft, die Temperatur steigt auf 35 Grad Asphalt. Schumacher lächelt, aber nur kurz. Dann folgt der Satz, der am Samstag zählt: „Jetzt wollen wir das Rennen fertigbringen.“
