Schröder: weltmeistertitel reicht nicht – quali nervt!

Berlin – Der Aufschrei ist perfekt Basketballer-Deutsch: Dennis Schröder, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, macht seinem Unmut über die Qualifikationsmodus für die Weltmeisterschaft deutlich. Nach dem historischen WM-Titel in Japan ist für ihn selbstverständlich, dass das Team direkt zur Titelverteidigung antreten sollte. „Schwachsinn in meinen Augen“, so der NBA-Profi am Dienstag in der Hauptstadt.

Die bittere realität des quali-modus

Die bittere realität des quali-modus

Der Modus, der die deutschen Basketballer dazu zwingt, sich über zwei Qualifikationsphasen zu kämpfen, während andere Weltmeister automatisch qualifiziert sind, empört Schröder. „Wir haben die Weltmeisterschaft gewonnen, da sollten wir eigentlich qualifiziert sein“, betonte er. Das Team befindet sich aktuell mitten in der ersten Qualifikationsrunde, mit zwei wichtigen Spielen vor der Tür: am Freitag in Riga gegen Israel und am Montag in Bamberg gegen Zypern. Beide Partien werden um 19:00 Uhr auf MagentaTV übertragen.

Schröder, als einziger NBA-Profi im Kader, zeigt sich dem Ruf des Adler-Trikots stets verbunden. „Jeden Tag mit dem Adler auf der Brust rumzulaufen, ist eine Ehre“, erklärte er. Er versteht zwar die Entscheidungen anderer Spieler, die auf ihre Teilnahme verzichten, respektiert aber auch deren Wunsch nach Freizeit. „Franz (Wagner) kam gerade von einer Verletzung, Andi (Obst) hat gefühlt vor zwei Tagen noch gespielt.“ Seinen eigenen Einsatz sieht er als Zeichen von Loyalität: „Ich will, dass die Leute sehen, dass ich ein Commitment abgegeben habe, dass ich für Deutschland stehe.“

Ein unermüdlicher Kämpfer: Schröder unterstreicht, dass seine Mitspieler in den vergangenen Jahren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das deutsche Team überhaupt in dieser Position steht. Es ist sein unbedingter Wille, dass diese Leistung gewürdigt wird.

Bundestrainer Àlex Mumbrú schätzt Schröders Einsatzbereitschaft sehr. „Es ist unglaublich, dass man einen Spieler wie Dennis hat, den man anruft und der sofort sagt: ‚Ich bin im Team‘“, lobte der Spanier. „Mit Dennis ist es super einfach. Wenn das deutsche Nationalteam ruft, nimmt Dennis das Telefon und sagt: ‚Ich bin dabei.‘ Immer.“ Die Abwesenheit einiger „wichtiger Jungs“ habe nachvollziehbare Gründe, wie Verletzungen, fehlende Verträge oder schlichtweg Erschöpfung nach einer langen Saison mit über 80 Spielen.

Die kommenden Spiele gegen Israel und Zypern sind entscheidend. Deutschland hat sich bereits für die zweite Gruppenphase qualifiziert, doch der Kampfgeist des Teams, angeführt von Dennis Schröder, wird zeigen, ob die bittere Realität des Quali-Modus wirklich so aussichtslos ist, wie es der Kapitän empfindet. Die Fans dürfen sich auf zwei spannende Duelle freuen, in denen der Weltmeister seine Dominanz unter Beweis stellen will – und vielleicht doch noch einmal zeigen kann, dass der WM-Titel mehr wert ist als ein lästiger Qualifikationsprozess.