Schott mainz nach 0:5 gegen frankfurt am abgrund – pokal als letzte rettung
Der Traum von der Rettung ist ein Albtraum geworden. TSV Schott Mainz kassierte gegen den FSV Frankfurt eine 0:5-Klatsche und ist der Regionalliga-Südwest-Abschied so gut wie sicher. Die Mannschaft zerlegte sich innerhalb von 90 Sekunden – und mit ihr die Saison.
Der knacks kam in der 16. minute
Zwei Gegentore innerhalb von eineinhalb Minuten. Danach brach das Kollektiv zusammen. Kapitän Jost Mairose schrie Anweisungen, doch hinten machte jeder sein eigenes Spiel. Trainer Samuel Horozovic stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als hätte er die Szene schon vor dem Anpfiff gesehen. Die Rede vom „zarten Pflänzchen“ ist Geschichte. Was übrig bleibt, ist ein Kader voller Amateure, der plötzlich merkt, dass Talent allein in der Regionalliga kein Tor erzielt.
Intern herrscht dennoch Durchhalteparolen. Sportlicher Leiter Sascha Meeth, ab Sommer Co-Trainer neben Thomas Schwarz, verlängerte bereits zehn Verträge. Die Botschaft: Auch bei der fast sicheren Abstiegsmuße will der Verein zusammenbleiben. Doch die Tabelle lügt nicht: 14 Punkte Rückstand auf Rang 14, das rettende Ufer. Selbst das optimistischste Excel-Modell spuckt hier keine Chance mehr aus.

Pokal-hattrick als trostpreis
2022 bis 2024 holte Schott drei Verbandspokale in Serie. Die Erinnerungen an DFB-Pokal-Duelle gegen Hannover 96, Greuther Fürth und das 1:4 gegen Borussia Dortmund vor 12.000 Fans im Bruchwegstadion sind noch frisch. Genau diese Erinnerung soll nun die Kabine wachrütteln. Am 17. März steigt das Halbfinale beim Verbandsligisten TuS Mechtersheim. Wer in der Liga nicht bis zur Grenze geht, fliegt auch aus dem Pokal-Kader. Horozovic stellt klar: „Kein Platz für Touristen.“
Die Rechnung ist simpel. Liga fast abgeschrieben, Pokal noch greifbar. Ein weiterer Titel würde den Abstieg zumindest mit einem Silberstreif verpacken. Die Fans haben schon jetzt die Daumen gedrückt, aber sie wissen: Wenn sich das Team wieder in Einzelteile auflöst, wird selbst Mechtersheim zur Falle. Die nächste Woche entscheidet, ob der TSV Schott Mainz als klare Absteiger oder als Pokal-Held in die Amateurliga zurückkeht. Die Kugel liegt beim Kapitän – und beim Rest der Truppe, der endlich laufen muss, statt zu diskutieren.
