Scholl packt aus: guardiola-tipps, bayern-enttäuschung und der fanshop-deal, den er ablehnte!

Die frühen hoffnungen: ein talent im schatten des vaters

Lucas Scholl, der Sohn der Fußballlegende Mehmet Scholl, stand einst kurz vor dem Durchbruch! Schon 2020 äußerte er im SPORT BILD-Interview seinen Wunsch, nicht im Büro zu landen, sondern im Fußball zu bleiben. Jetzt, mit 29 Jahren, blickt er in der YouTube-Show „Einfach Fussball“ zurück auf eine Karriere, die anders verlief als geplant. Er spielt zwar bei Wacker Innsbruck in der dritten Liga, arbeitet aber auch als Trainer bei der U17 des FC Bayern – ein Plan B, der Gestalt annimmt. Doch der Weg dorthin war steinig und von verpassten Chancen geprägt.

Guardiolas goldene tipps: ein kurzer moment der erleuchtung

Guardiolas goldene tipps: ein kurzer moment der erleuchtung

Ein entscheidender Moment seiner jungen Karriere war die Begegnung mit Pep Guardiola. Bei einem U19-Trainingsspiel gab der damalige Bayern-Trainer dem jungen Scholl Ratschläge, die er bis heute in Erinnerung behält. „Wenn ich den Ball von einer Seite bekomme, muss ich immer offen stehen“, so Scholl. Diese einfachen, aber effektiven Hinweise zeigten ihm, wie wichtig es ist, den Ball richtig anzunehmen und den Blick nach vorne zu richten. Diese wenigen Minuten mit Guardiola schienen den Beginn einer großen Karriere einzuleiten.

Die profi-konkurrenz: bernat und alaba – eine unüberwindbare hürde

Die profi-konkurrenz: bernat und alaba – eine unüberwindbare hürde

Im Trainingslager in Amerika erlebte Scholl hautnah die Qualität des FC Bayern-Profikaders. Jede Position war doppelt oder dreifach besetzt. Er erinnert sich an Juan Bernat, den er als „den besten Linksverteidiger, den ich je gesehen habe“ bezeichnete – und das als Ersatzmann hinter David Alaba! Diese unglaubliche Konkurrenz machte es für ihn extrem schwer, sich durchzusetzen und regelmäßig Einsatzzeiten zu sammeln. Das war eine brutale Realität.

Der verpasste bundesliga-traum: ein versprechen gebrochen

Ein vielversprechendes Versprechen des Co-Trainers Hermann Gerland ließ Scholl kurzzeitig auf eine Bundesliga-Chance hoffen. „Wenn wir Meister sind und in der Champions League noch dabei sind, spielst Du dieses Jahr noch Bundesliga“, hatte Gerland ihm gesagt. Voller Zuversicht wechselte Scholl in die Amateure, erzählte seinem Trainer davon und wurde dann – ohne Vorwarnung – in der zweiten Halbzeit rausgenommen und stand im nächsten Spiel nicht mehr im Kader. „Dafür war ich mir damals zu schade“, gesteht er heute.

Der fc luzern-deal: demut im fanshop?

Auch ein Angebot des Schweizer Klubs FC Luzern kam zustande. Scholl sollte einen normalen Profivertrag erhalten, aber zusätzlich im Fanshop arbeiten. „Es ging einfach darum, Demut zu zeigen. Auch zu sehen, wie das normale Leben laufen kann.“, so Scholl. Er sollte zehn bis zwanzig Stunden pro Woche im Fanshop stehen und Sachen verkaufen. Doch auch hier zog er einen Schlussstrich: „Dafür war ich mir damals zu schade und habe gesagt, dass ich das nicht mache.“

Das bittere ende: eine karriere ohne großen glanz

Der Traum von der großen Karriere zerplatzte. Nach dem Ablehnen des Angebots in Luzern wechselte Scholl Anfang 2017 zu Wacker Nordhausen. Heute blickt er zurück und fasst seine Erfahrungen zusammen: Die Begegnung mit Guardiola, die unglaubliche Konkurrenz beim FC Bayern und die verpassten Chancen. Auch wenn es nicht der Karriereweg wurde, den er sich erhofft hatte, arbeitet er nun daran, sein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben – als Trainer der U17 des FC Bayern.