Schock in magdeburg: scm verpasst pokal-finale und landet als vierter!
Magdeburg – Ein Pokal-Desaster! Der HBL-Tabellenführer und Pokalfavorit SC Magdeburg hat nicht nur das Halbfinale des DHB-Pokals gegen den Bergischen HC verloren, sondern auch das Spiel um Platz drei gegen TBV Lemgo-Lippe mit 35:31. Die Elbestädter verlassen die Pokal-Final4 mit einer herben Enttäuschung und dem Gefühl, eine Chance vergeben zu haben.
Wiegerts experimente gehen nach hinten los
Nach der überraschenden Niederlage gegen den BHC griff Trainer Bennet Wiegert gegen Lemgo offenbar zu radikalen Mitteln. Während er im Halbfinale noch an seinem bewährten System festhielt, setzte er im „kleinen Finale“ auf eine ungewöhnliche Rotation, die sich als fatal erwies. Spieler wie Oscar Bergendahl, Matthias Musche und Tim Hornke, Leistungsträger des SCM, standen kaum im Spiel. Matej Mandic wurde im Tor aufgeboten, was angesichts seiner zuletzt starken Leistungen zunächst als positiv gewertet wurde – doch auch er konnte die Niederlage nicht verhindern.
Das Siebenmeterproblem des SCM offenbarte sich erneut in all seiner Schärfe. Nach bereits sieben vergebenen Siebenmetern im Halbfinale scheiterten auch Omar Ingi Magnusson und Matthias Musche an der Lemgoer Torwartmauer. Lemgo hingegen präsentierte sich von Beginn an entschlossen und präsentierte eine beeindruckende Leistung.
Ein kurioser Moment sorgte für zusätzliche Verwirrung: Samuel Zehnder von Lemgo wartete auf den Pfiff zum Siebenmeter, der ausblieb. Er versuchte sich neu zu positionieren, doch der Pfiff kam überraschend. Die faire Geste der Magdeburger, den Ball dem Gegner überlassen zu haben, wurde von allen Seiten positiv hervorgehoben. „Lemgo hat da nichts falsch gemacht. Das war vom Gefühl her richtig, den Ball da zurückzugeben“, kommentierte SCM-Kapitän Christian O’Sullivan.

Lemgos torwart-künstler möstl im fokus
Constantin Möstl im Tor der Lemgoer war schlichtweg herausragend. Mit 16 Paraden verhinderte er zahlreiche Treffer des SCM und war maßgeblich am Sieg beteiligt. Auch die Fair-Play-Aktion des SCM trug zur Atmosphäre des Spiels bei, auch wenn sie letztlich nichts an der Niederlage änderte. Ein besonderer Moment war der erste Profi-Treffer von Len Kehrmann, Sohn des Lemgo-Trainers Florian Kehrmann, der zum 14:12 für seine Mannschaft traf.
Die deutliche Führung von Lemgo kurz vor Schluss (27:20) verdeutlichte die Dominanz der Gäste. Tim Suton war mit acht Treffern der beste Werfer der Lemgoer. Das Ergebnis von 35:31 spiegelt eine Leistung wider, die für Magdeburg schmerzhaft war, während Lemgo sich über ein gelungenes Turnier freuen durfte. Durch den dritten Platz qualifiziert sich Lemgo direkt für das Achtelfinale im DHB-Pokal der nächsten Saison.
Die Niederlage wirft Fragen auf: Kann Bennet Wiegert die Mannschaft schnell wieder in die Spur bringen? Oder droht Magdeburg ein längerer Leistungsabfall?
