Schneider zerreißt milan: bartesaghi und pulisic versenken die rossoneri

San-Siro kochte, aber nicht vor Begeisterung. Im Gipfeltaktik-Krimi gegen Juve präsentierte sich Milan wie ein Haufen Einzelkämpfer ohne Plan. Die Bilanz: Bartesaghi spielte sich als Not-Linksverteidiger in die Nesseln, Pulisic wirkte wie ein Fremdkörper auf Rechtsaußen, und nur Conceição lieferte den Beweis, dass man mit Tempo und Drehung selbst eine verschreckte Abwehr noch entzweien kann.

Was bartesaghi falsch machte – und wie juve es sofort ausnutzte

Der 19-Jährige bekam die größte Bühne seines Lebens, doch statt sich einzuschreiben, schrieb er eine Lehrstunde darüber, wie man einen Gegner nicht an die Kette legt. Immer wieder lockte ihn Conceição in die halbräumige Falle, zog ihn aus der Kette und spielte die entscheidende Passstafette. Die Statistik liefert die harte Wahrheit: Drei von fünf Juve-Angriffen liefen über seine Seite, zwei endeten mit Torschüssen. Wer im Topspiel erste Garde spielt, darf keine Schonzeit erwarten.

Bei Pulisic sieht das Bild trüber aus. Der US-Boy lief 70 Minuten, berührte den Ball 42 Mal – und verlor ihn 18 Mal. Kein Dribbling kam durch, keine Flanke fand den Mitspieler. Es war, als hätte ihm Pioli den Stecker gezogen, ohne dass Pulisic es merkte. Die Folge: Milan verlor die Breite, Juve schob sich in die Zwischenlinien und diktierte das Tempo.

Conceição zeigt, wie man ein spiel reißt

Conceição zeigt, wie man ein spiel reißt

Während die Rossoneri verzweifelten, lieferte der Portugiese die Visitenkarte seines Vaters. Seine Zwischenlinien-Drangsalierungen rissen Lücken, die Vlahović nur noch einschieben musste. Conceicaos Bilanz nach 78 Minuten: drei Schlüsselpässe, fünf von acht Dribblings erfolgreich, 92 Prozent Passquote. Die Zahl, die Pioli heute Nacht nicht schlafen lässt: Seit 2020 gewann Juve erst das zweite Mal in Mailand, und sie taten es, ohne zu glänzen – sie taten es, weil Milan zu viele Akteure hatte, die den Gegner glänzen ließen.

Die Tabelle lügt nicht. Nach 34 Spieltagen steht Milan bei 69 Punkten, Juve bei 68. Die Meisterschaft ist rechnerisch noch drin, doch das Gefühl nach diesem Abend: Die Rossoneri haben sich selbst abgeschossen. Pioli muss sich fragen lassen, warum er einem Teenager ohne Backup die Kastanien aus dem Feuer holen ließ und warum Pulisic nach Wochen der Leere weiter blindes Vertrauen erhält. Die Antwort darf er gern vor dem Derby geben – sonst feiert Inter nicht nur die Stadt, sondern auch die Saison.