Schneechaos kippt königsetappe: godon räumt im sprint von isola ab

Paris–Nizza schlug zurück zur Skisaison. Statt 138,7 km durch die korsischen Alpen surften die Profis nur 47 km im Bus, dann sprinteten sie auf nassen Asphalt – und Dorian Godon schob sich als erster Franzose dieses Frühjahrs über die Linie.

Die königsetappe, die keine war

Schnee wirbelte um 9:30 Uhr durch die Promenade des Anglais, Regen peitschte gegen Teambusse. Da war klar: Die Traumroute nach Auron auf 1 600 m fällt aus. Die Organisatoren kürzten, verlegten, improvisierten – und landeten in Isola auf halber Höhe. Kein Bergmonument, sondern eine nass-kalte Sprintlotterie.

Im Konvoi rollten 138 Fahrer bis 47 km vor dem Ziel, dann ging’s los. Tempo 60, Wasserteppich, Reifen quietschen. Godon (Ineos Grenadiers) ließ sich von Teamkollege Castroviejo bis 300 m rausschleusen, schaltete Biniam Girmay und Cees Bol aus und jubelte unter der franzischen Tricolore. „Endlich“, sagte er, „das war mein erster Sieg seit einer Ewigkeit – und der erste für Frankreich hier.“

Vingegaard lächelt trotz eisfalten

Vingegaard lächelt trotz eisfalten

Dänemarks Eismann Jonas Vingegaard behält Gelb. 3:22 Vorsprung auf Daniel Martínez, 5:50 auf Jungstar Georg Steinhauser – das reicht, um morgen in Nice entspannt aufzutreten. Steinhauser trägt Weiß, Politt und Kämna rutschen im Mittelfeld, aber sie rollen noch. Wer heute nicht startete: Max Kanter und Nikias Arndt – beide hatten Fieber, die Kälte war zu viel.

Die Wetterkapriole versetzte Mechaniker und Taktiker in Daueralarm. „Reifenwechsel alle 15 km“, sagte ein Ineos-Mitarbeiter, „sonst platzt die Paste.“ Die Zuschauer in Isola quetschten sich unter Regencapes, skandierten „Allez les bleus“ – und bekamen genau das, was sie brauchten: einen franzosen Sieg, der die Heim-WM-Stimmung schon einmal anheizt.

Morgen knallt’s auf dem col d’èze

Morgen knallt’s auf dem col d’èze

Verkürzt oder nicht – die letzte Etappe bleibt ein Biss. 105 km, drei Anstiege, Schluss auf dem Promonfort über Nice. Wer da noch friert, hat verloren. Vingegaard muss nur folgen, Martínez muss attackieren, Steinhauser will Podest. Und Godon? Der träumt vom doppelten Franzosen-Finalsprint – aber diesmal ganz oben, mit Blick aufs Mittelmeer.

Die 85. Paris–Nizza endet, wo sie begann: in Unberechenbarkeit. Schnee in Nizza, Sprint in Isola – und ein peloton, das froh ist, morgen endlich wieder nach oben fahren zu dürfen.