Schnarr schlägt doppelt zu: kölner haie ziehen davon, aber die wild wings beißen sich fest

Die Kölner Haie wackeln, aber sie gewinnen. Mit einem 4:2 im zweiten Viertelfinale gegen Schwenningen führen sie 2:0 – und doch liegt der Gestank einer möglichen Überraschung in der Luft. Denn die Wild Wings, eigentlich nur der Achte, verlangen dem haushohen Favoriten Zug um Zug Tribut. Nate Schnarr traf zweimal, das rettete die Haie vor einem frühen Albtraum. Doch die Schwarzwälder haben einen Plan. Und der funktioniert bisher zu gut.

Ein favorit, der sich quält, und ein außenseiter, der glaubt

Die Haie dominierten die Hauptrunde, aber in der Pause lagen sie 1:2 zurück. Phil Hungerecker und Tyson Spink schockten die Kölner Arena. Die Haie benötigten 43 Minuten, um erstmals in Führung zu gehen – und das trotz 38:20 Schüsse. Die Statistik trügt. Schwenningen blockiert, kontert, zerstückelt das Spiel. Trainer Pavel Gross sprach von „einer Serie auf Augenhöhe“ – kein Standard-Lob, sondern eine Diagnose.

Louis-Marc Aubrys Empty-Netter 23 Sekunden vor Schluss schickte 12.000 Fans nach Hause, die lange gezittert hatten. Die Haie haben nun zwei Siege, aber kein Selbstvertrauen im Gepäck. Die Wild Wings haben zwei Niederlagen, aber eine Blaupause. In Spiel drei am Freitag im Schwarzwald droht den Haien, was sie fürchten: ein Hauch von 2021, als Augsburg als Sechster München stolperte. Die Haie wollen Geschichte nicht wiederholen, sie wollen sie beenden.

Berlin und münchen liefern sich revanche-duelle

Berlin und münchen liefern sich revanche-duelle

Während in Köln die Stimmung zwischen Erleichterung und Sorge schwankt, meldeten sich die Titelverteidiger zurück. Die Eisbären Berlin erledigten Straubing 2:1 – Ty Ronning traf doppelt, nachdem er Dienstag noch in der ersten Minute einen Fehlstart eingeleitet hatte. In München fegte Red Bull mit 6:1 über Ingolstadt hinweg, ein Statement nach dem 1:3 im Auftaktspiel. Die Münchner schossen im Schlussdrittel vier Tore innerhalb von 6:42 Minuten – ein Blitz, der ERC-Coach Niklas Treutle sichtbar erblassen ließ.

Die Serie ist jetzt offen wie ein Tor auf Straße. Köln führt, aber die Wild Wings riechen Blut. Berlin und München haben gezeigt, warum Playoffs keine lineare Fortsetzung der Hauptrunde sind. Sie sind ein eigenes Turnier, in dem Selbstvertrauen wichtiger ist als Tabellenplätze. Die Haie haben zwei Siege, aber noch keine Antwort auf die Frage, wie sie Schwenningens Ketten lösen. Die Antwort muss bis Freitag kommen, sonst wird die Reise in den Schwarzwald zur Schicksalsfahrt.