Schmidt zögert: bleibt der mythos von heidenheim doch nicht für immer?

18 Jahre lang war Frank Schmidt der Fels, der 1. FC Heidenheim seine Identität gab. Jetzt, während der Klub als Tabellenletzter durch die Bundesliga taumelt, stellt sich die unausweichliche Frage: Läuft hier ein Epochenende ab, ohne dass es jemand laut ausspricht?

Vertrag bis 2027, kopf bis offen

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Die Zahlen sind brutal: 14 Punkte aus 26 Spielen, elf Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Schmidt, der Realist, hat den Klassenerhalt intern länglich abgehakt. Trotzdem sprintet er weiter, als gäbe es morgen ein Finale. Die Spieler spüren: Der Coach verbraucht sich gerade auf, was ihn einst unzerbrechlich machte – seine Energie.

Früher verkündete der Verein fröhlich eine frühzeitige Verlängerung, sobald Schmidt durch die Kabine ging. Diesmal: Stille. Keine Gespräche, kein Zeitfenster, kein Signal. Stattdessen flüstert man im Kraichgau, der langjährige Dauerbrenner frage sich selbst, ob er nach dem Abstieg noch einmal komplett auf Null stellen könne. Liga zwei, neue Spieler, neue Erwartungen – das bedeutet wieder 100-prozentiges Vollgas, keine Halbwertszeit. Schmidt weiß, dass seine 100 Prozent inzwischen körperlich spürbar kosten.

Am Samstag kommt Bayer Leverkusen, der frisch gekürte Pokalsieger, der nichts mehr zu gewinnen hat. Für Heidenheim ist es das letzte Heimspiel dieser Saison, vielleicht das letzte mit Schmidt an der Linie. Die Kurve wird ihn feiern, egal wie das Spiel endet. Die Frage ist nur, ob er danach zurückkommt.

Die Antwort liegt in seinem Büro, irgendwo zwischen den Spielanalysen und den Erinnerungen an den Aufstieg 2023. Schmidt wird sie allein treffen – und niemand außerhalb des Vereins wird vorab davon erfahren. Bis dahin bleibt das Mythos-Ende offen, ein offener Wunde, die sogar dem traditionsreichsten Coach der Liga zusetzt.