Schmadtke raus nach 81 tagen: logen-krach lässt hannover 96 zittern

81 Tage hat Jörg Schmadtke durchgehalten – dann knallte es in der Loge, und Hannover 96 warf seinen Sport-Geschäftsführer raus. Die offizielle Version von der „einvernehmlichen Trennung“ ist Makulatur. Hintergrund: ein handfester Streit mit Gesellschafter Gregor Baum während des Niedersachsen-Derbys. Augenzeugen sprechen von lautem Wortgefecht, fliegenden Fetzen, gebrochenen Gläsern.

Trainer titz wurde zur zerreißprobe

Trainer titz wurde zur zerreißprobe

Schmadtke hatte Christian Titz schon nach der Winterpause auf dem Kieker. Der 54-Jährige lieferte, die Mannschaft steht nur zwei Zähler hinter Platz drei, doch das reichte dem Ex-Liverpool-Manager nicht. Er wollte einen neuen Coach, eine neue Philosophie, mehr Geld für Transfers. Die restliche Führung – angeführt von Martin Kind und Dirk Roßmann – stellte sich demonstrativ hinter Titz. Das Machtgerangel eskalierte in der nächsten Aufsichtsratssitzung. Schmadtke forderte zusätzlichen Etat, die Geldgeber lehnten ab. Die Fronten verhärteten sich, das Derby gegen Braunschweig wurde zur Nebensache.

Einige Spieler hatten sich laut Vereinsinternen ebenfalls gegen Titz positioniert. Die Kabine spaltete sich, die sportliche Ruhe trügte. Hannover 96 schlitterte in eine Lage, die nur eine Lösung kannte: Trennung vom Stärkeren. Schmadtke musste gehen – mit sofortiger Wirkung, ohne Abfindungsverhandlungen, ohne Abschiedsworte. Seine zweite Amtszeit endet, bevor sie richtig begann.

Die 96-Fans reagieren enttäuscht. Auf Twitter kursiert das Hashtag #KindRaus, die Proteststimmung wächst. Die Mannschaft muss nun ohne sportlichen Leiter in die entscheidende Phase der Saison. Titz bleibt, das Kapital der Vereinsbosse schrumpft. Die Frage ist nicht mehr, ob Hannover die Relegation schafft, sondern ob die Strukturen überhaupt halten. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Klub die Kurve kriegt – oder ob der Logen-Krach erst der Anfang war.