Schlusslicht fürth gegen spitzenreiter schalke: geht das gut?

Samstagnacht, 20:30 Uhr, Sportpark Ronhof. SpVgg Greuther Fürth empfängt den FC Schalke 04 – und es wäre falsch, das als gewöhnliches Zweitligaspiel abzuhaken. Hier prallen zwei Welten aufeinander: das Schlusslicht mit 54 Gegentoren und der Tabellenführer mit der besten Defensive der Liga. Fürth gegen Schalke ist an diesem Abend kein Duell auf Augenhöhe. Aber genau das macht es so sehenswert.

Die zahlen, die alles erklären – und gleichzeitig nichts ergeben

Fürth hat 34 Tore geschossen. Mehr als Schalke. Und trotzdem stehen die Franken mit mageren 18 Punkten am Tabellenende. Wie das geht? Ganz einfach: 54 Gegentore, der schlechteste Wert seit 2002 in der zweiten Liga. Heiko Vogels Mannschaft trifft, kassiert aber noch mehr. Das ist kein Formtief, das ist ein strukturelles Problem.

Besonders schmerzhaft: zwölf Gegentore nach Ecken – Vereinsnegativrekord. Standards sind das Grab des Kleeblatts. Und Schalke, das sei hier klar gesagt, ist bei Standards nicht gerade harmlos.

Schalke spielt die beste zweitliga-saison seit 35 jahren – und dzeko ist der grund

Schalke spielt die beste zweitliga-saison seit 35 jahren – und dzeko ist der grund

46 Punkte. Miron Muslic hat aus den Königsblauen eine Maschine gemacht. Nur 20 Gegentore in 23 Spielen, im Schnitt 60,4 gewonnene Zweikämpfe pro Partie – kein anderes Team in der Liga kommt auch nur annähernd daran heran. Das ist keine Statistik, das ist eine Machtdemonstration.

Und dann ist da noch Edin Dzeko. 39 Jahre alt, sieben Scorerpunkte in fünf Einsätzen. Vier Tore, drei Vorlagen. Selbst Nationalstürmer Ermedin Demirovic hat öffentlich zugegeben, den Bosnier regelrecht anzuhimmeln. Dzeko selbst sagt, er habe lukrativere Angebote abgelehnt – wegen der Faszination für das Schalker Umfeld. Ob man das glaubt oder nicht: Seine Zahlen lügen jedenfalls nicht.

Karaman schreibt geschichte, kampka schaut genau hin

Karaman schreibt geschichte, kampka schaut genau hin

Kenan Karaman steht bei 36 Zweitliga-Treffern für Schalke – und teilt sich damit den Vereinsrekord mit Ingo Anderbrügge. Fünf seiner Saisontore erzielte er per Elfmeter, mehr als jeder andere in der Liga. Wer Schalke stoppen will, darf sich im Strafraum schlicht keine Fehler leisten.

Schiedsrichter Dr. Robert Kampka wird das wissen. In den vergangenen sechs Direktduellen zwischen Fürth und Schalke fiel jeweils spätestens in der ersten halben Stunde die erste Karte. Das ist kein Zufall, das ist Tradition. Kampka wird früh den Ton setzen müssen.

Wo das spiel live zu sehen ist

Das Spiel läuft live im Free-TV auf RTL. Wer streamen möchte, ist bei RTL+ oder Sky richtig. Den Liveticker gibt es auf Sport1.

Fürth hat zuletzt Lebenszeichen gezeigt – zwei Siege aus den vergangenen vier Spielen, so viele wie in den 15 Partien davor zusammen. Aber gegen dieses Schalke, das gerade mit einem 5:1 im Rücken anreist und erstmals seit August 2024 dreimal in Serie mindestens zwei Tore erzielt hat, braucht das Kleeblatt mehr als Lebenszeichen. Es braucht ein Wunder.