Schlotterbecks wm-traum platzt: amiri spricht offen über schock
Winston-Salem – Der Jubel über den Einzug ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft ist jäh verflogen. Die deutsche Nationalmannschaft muss einen herben Verlust verkraften: Innenverteidiger Nico Schlotterbeck fällt vorzeitig aus dem Turnier aus. Ein Bänderriss im linken Sprunggelenk beendet den Dortmunder vorzeitig seine WM-Beteiligung – ein Schlag für das Team von Julian Nagelsmann.
Die fassungslosigkeit nach der verletzung
Die Nachricht traf die Mannschaft wie ein Nackenschlag. Mittelfeldspieler Nadiem Amiri schilderte bei der Pressekonferenz die Szene: „Im ersten Moment war es natürlich schockierend, weil Schlotti einfach ein brutal wichtiger Spieler für uns ist. Jeder in Deutschland und in ganz Europa kennt seine Qualitäten.“ Die Enttäuschung ist riesig, doch Amiri sieht auch eine Chance: „Es tut uns weh, aber irgendwo ist es auch noch mehr Motivation, um es ganz weit zu bringen.“
Besonders bewegend war der Moment, als Amiri selbst von der Verletzung erfuhr. „Ich war gestern beim Physio, als ich es erfahren habe, er lag neben mir auf der Bank. Ein ganz schwieriger Moment. Du weißt eigentlich nicht, was du ihm sagen sollst, weil du siehst, der ist einfach leer.“ Amiri betonte die Wichtigkeit, in dieser Situation für Schlotterbeck da zu sein und ihm den nötigen Raum zu geben, die Situation zu verarbeiten.

Kimmichs deutliche worte und amiris schmerz
Ein weiteres Highlight der Pressekonferenz war die Erläuterung einer Szene aus dem Spiel gegen die Elfenbeinküste. Amiri hatte nach einem Zweikampf Schmerzen gezeigt und eine Behandlung gefordert. Doch das Team spielte weiter. Die TV-Kameras verpassten den Moment, in dem Kapitän Joshua Kimmich seinem Mitspieler lautstark zusagte: „Komm, steh auf!“
Amiri zeigte Verständnis für den Einsatz seines Kapitäns. „Wir kennen ja alle Jo. Er ist immer sehr, sehr motiviert.“ Die Worte Kimmichs hätten ihn keineswegs gestört, im Gegenteil: „Ich fand es gut.“ Er schilderte die heftigen Schmerzen, die er in der Situation erfuhr: „Es war Knie auf Knie. Alle, die mal gespielt haben oder das erlebt haben, wissen, was für Schmerzen das sind.“ Die Ansage von Kimmich habe ihm jedoch geholfen, direkt weiterzumachen. „Sowas hilft mir dann auch, um einfach sofort aufzustehen und den Schmerz rauszulaufen.“
Die Absage von Julian Nagelsmann, keinen Nachfolger für Schlotterbeck nominieren zu dürfen, macht die Situation zusätzlich kompliziert und stellt das Team vor eine neue Herausforderung.
