Schlotterbeck rastet nach elfmeter-witz aus

Der gestrige Bundesliga-Thriller zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern hat eine unerwartete Kontroverse ausgelöst. Nicht die knappe 2:3-Niederlage des BVB oder der strittige Elfmeter, sondern die Reaktion von Nico Schlotterbeck auf eine Regeldiskussion sorgt für Aufsehen.

Die entscheidung, die schlotterbeck zur verzweiflung treibt

Die entscheidung, die schlotterbeck zur verzweiflung treibt

Nach seinem verwandelten Kopfball zum zwischenzeitlichen 1:0 sprang Schlotterbeck über eine Werbebande. „Sky“-Moderator Sebastian Hellmann wies ihn darauf hin, dass dies hätte geahndet werden können. Schlotterbecks Antwort? „Wenn man alles ausmustert, dann spiele ich irgendwann Schach.“ Der Nationalspieler schien zunehmend genervt von der Detailversessenheit der Schiedsrichter.

Die Situation eskalierte, als Schlotterbeck kurz darauf einen Elfmeter verursachte, den Harry Kane zum 2:1 verwandelte. Dabei hatte der Verteidiger zuvor selbst Glück gehabt – ein überhartes Foul an Josip Stanisic hätte durchaus mit Rot quittiert werden müssen, wie Schlotterbeck selbst zugab. „Ich glaube, dass man da Rot geben kann“, sagte er. Doch die Diskussion um seinen Jubel schien ihm mehr unter die Haut gegangen zu sein.

Die Ironie der Situation: Schlotterbeck, der selbst eine klare Rote Karte hätte vermeiden können, beklagt sich über die vermeintliche Pedanterie der Regelauslegung. Dortmunds Spiel wurde durch individuelle Fehler und fragwürdige Entscheidungen geprägt, aber es ist die Entgleisung des Abwehrchefs, die für Gesprächsstoff sorgt. Der BVB verlor letztendlich das Spiel und verliert womöglich auch den Anschluss an die Spitze.

Der Fall Schlotterbeck zeigt: Im modernen Fußball werden selbst die kleinsten Gesten und Jubelaktionen unter die Lupe genommen. Ob diese Entwicklung dem Spiel dient, ist mehr als fraglich. Der Abwehrspieler hat zumindest eine klare Antwort gefunden: Schach ist offensichtlich weniger anfällig für Interpretationsspielraum.