Schlager-sommer-comeback: leipzigs dampfmaschine startet vor schlachten neu

Xaver Schlager stampft wieder. Nach nur neun Tagen Pause meldet sich Leipzigs österreichischer Mittelfeld-Turbine zurück – und das genau vor den Duellen, die RB in die Königsklasse schießen sollen.

Die adduktoren heilten schneller als befürchtet

Kein Aprilscherz, sondern ein medizinischer Kraftakt: Die Muselfaserriss-Diagnose nach dem 2:2 gegen Dortmund galt zunächst als knock-out bis zur Länderspielpause. Doch Schlager rannte die Regenerationskurve. „Voll da“, sagt Trainer Ole Werner knapp und lässt das Wort in der Kabine kreisen wie ein Klingelsignal. Die Botschaft: Der Dauerläufer, der im Sommer ablösefrei geht, will den Abschiednoch einmal mit Champions-League-Hymne untermalen.

Ob Schlager gleich in Stuttgart von Anfang an mitdampft oder als Joker aus der Box springt, behält Werner im rhetorischen Sprintversteck. Die Entscheidung fällt erst kurz vor dem Anpfiff in der MHP-Arena, wo RB gegen den VfB nachlegen will. Porto hat Stuttgart am Donnerstag mit 2:1 geplättet – doch Werner glaubt nicht an Müdigkeit der Schwaben. „Die sind Rhythmus-Tiere“, sagt er, „es wird ein offener Schlagabtausch.“

47 Punkte – der beste leipziger wert seit fünf jahren

47 Punkte – der beste leipziger wert seit fünf jahren

Die Zahl nagelt sich ins Büro von Oliver Mintzlaff. 47 Zähler nach 24 Spielen – so viel hatte Leipzig zuletzt 2021 unter Nagelsmann. Werner verteidigt den Sommer-Umbruch mit Zahlen statt Pathos: „Die Jungs haben gearbeitet, nicht geredet.“ Die Latenz der Unzufriedenheit, die Mintzlaff nach dem Glücks-2:1 gegen Augsburg in der Kabine mit erhobener Stimme anmahnte, kontert der Coach mit Coolness. „Kleinigkeiten entscheiden jetzt“, sagt er, „Rückschläge sind keine Makulatur, sondern Treibstoff.“

Weiterhin fehlen Peter Gulacsi und Assan Ouedraogo. Gulacsi wird nach der Länderspielpause erwartet, doch Maarten Vandevoordt bremst die Torwart-Debatte ab. Der Belgier hält die Weste sauber und die WM-Chancen warm. Werner lobt ihn fast schon verschwörerisch: „Er hat sich selbst nominiert.“

Am Sonntag um 19.30 Uhr geht’s los. Schlager dabei, Stuttgart wartet, die Champions-League-Linie glüht. Werner zuckt mit den Schultern: „Wir wollen alles – und wir haben die Dampfmaschine wieder in der Mitte.“