Schlager-fragezeichen bleibt: österreichs wm-test gegen ghana ohne leipziger?
Die Nummer 18 fehlt – und mit ihr der Rhythmus. Xaver Schlager, der Mann, der Österreichs Mittelfeld in den vergangenen Jahren auf Trab hielt, stand am Mittwoch nur am Spielfeldrand von Marbella. Keine Bände, kein Ball, nur ein Lächeln, das keiner trauen will. Grund: Belastungssteuerung, so der ÖFB. Fakt: Sein Körper meldet sich nach den Adduktoren-Problemen mit einem Fragezeichen zurück.
Trainer Ralf Rangnick plant für Freitag (18 Uhr, Wien) gegen Ghana eine Startelf ohne Schlager. Die 66 Minuten gegen Hoffenheim am vergangenen Freitag waren ein Testlauf – kein Freifahrtschein. „Er ist auf dem Weg, aber nicht angekommen“, sagt ein Betreuer. Die Uhr tickt. In vier Tagen folgt Südkorea, danach wird Rangnick sein WM-Gerüst skizzieren. Wer jetzt pausiert, muss hinten anstellen.
Alaba trainiert, aber spielt nicht
David Alaba lief erstmals wieder mit der Gruppe, zog seine Runden um die Kegel, die Waden bandagiert. Sein letztes Pflichtspiel: 2. März gegen Getafe. Seitdem Stillsitzen mit Madrid-Stempel. Gegen Ghana wird er nicht einmal die Kapitänsbinde anfassen dürfen. Die Führung übernimmt voraussichtlich Marcel Sabitzer – ein Signal, dass Rangnick Stabilität vor Stars setzt.
Maximilian Wöber ist noch weiter weg. Der Bremer verteidigte nur das Aufwärmprogramm, danach Jogging mit Physio. Muskelfaserriss, kein Termin für sein Comeback. Er wird die beiden Testspiele verpassen und damit wohl auch den Anschluss an die erste WM-Elf.

Rangnicks kompromiss-liste wird länger
Die Zahlen sind hart: Drei potenzielle Stammspieler stehen auf Abruf, keiner auf dem Platz. Rangnick muss improvisieren, statt Feinjustierung droht Not-Programm. Gegen Ghana wird er wohl Patrick Wimmer auf der Sechs probieren, ein Experiment, das vor einem halben Jahr noch undenkbar war. Die Alternative: Florian Kainz tiefer, dafür auf dem Flügel ein Debütant. Die Entscheidung fällt am Donnerstagabend, nach dem letzten Check-up.
Die Fans erwarten Spektakel, der Trainer kalkuliert Risiko. Denn wer jetzt reist, kann im November in Nordamerika fehlen. Schlager weiß das, Alaba auch. Und so steht Österreichs WM-Kader noch auf tönernen Füßen – zwei Spiele, drei offene Fragen, null Zeit.
