Schlag um schlag: staatsanwalt zielt nun auf lega-funktionäre!
Der italienische Fußball steht erneut im Fokus einer Ermittlung, und die Lage spitzt sich zu. Nachdem bereits mehrere Schiedsrichter im Visier der Mailänder Staatsanwaltschaft standen, hat Staatsanwalt Maurizio Ascione nun Andrea Butti, Verantwortlicher für Wettbewerbe der Serie A, zu einer Vernehmung einbestellt. Ein Schachzug, der die ohnehin angespannte Atmosphäre im italienischen Fußball weiter verschärft.
Buttis rolle im zentrum des interesses
Die Entscheidung, Butti zu befragen, ist vermutlich auf seine zentrale Rolle bei der Organisation von Spielen und insbesondere bei der Koordination mit dem Schiedsrichterboss Gianluca Rocchi zurückzuführen. Berichten zufolge war Butti für die Visumverfahren der Schiedsrichter bei der Ausrichtung des Supercoppa Italiana in Saudi-Arabien zuständig – ein direkter Draht, den Ascione nun genauer unter die Lupe nimmt. Auch die Nutzung des VAR-Zentrums in Lissone, von der Lega betriebene Einrichtung, könnte ein Grund für das Interesse des Staatsanwalts sein. Hier kam es offenbar zu telefonischen Kontakten zwischen Rocchi und Butti, die im Zuge der Ermittlungen aufgezeichnet wurden.
Ein Detail, das bisher wenig Beachtung fand: Die Anordnung der Schiedsrichter. Im Fokus steht insbesondere die Vergabe von Colombo für Bologna-Inter und Doveri für Inter-Mailand, ein Spiel, das für den Saisonverlauf von großer Bedeutung war. Giorgio Schenone, der Club-Schiedsrichtermanager von Inter, geriet durch eine abgehörte Unterhaltung zwischen Rocchi und Gervasoni ins Gerede, in der der Name „Giorgio“ fiel – ein Hinweis auf Schenones mögliche Beteiligung an der Beeinflussung der Schiedsrichterzuordnungen.

Phase zwei der ermittlungen beginnt
Mit der Vernehmung Buttis tritt die Ermittlung in eine neue Phase ein. Staatsanwalt Ascione, der im Sommer eine neue Position antreten wird, scheint nun auch andere Schlüsselpersonen innerhalb der Lega ins Visier zu nehmen. In den kommenden Wochen werden voraussichtlich auch die Schiedsrichter-Betreuer der einzelnen Vereine, allen voran Giorgio Schenone, zu Protokoll geführt. Die Dimensionen der Affäre scheinen größer zu sein, als zunächst angenommen.
Die Causa wirft ein schlechtes Licht auf den italienischen Fußball und untergräbt das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Schiedsrichterentscheidungen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Enthüllungen die Ermittlungen noch bringen werden und welche Konsequenzen für die Verantwortlichen im italienischen Fußball drohen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um das Ausmaß der Manipulationen und die Verantwortlichen zweifelsfrei festzustellen.
