Schiri-plauder: spanien räumt fehler ein – und wirft neue fragen auf

Die spanische Schiedsrichtervereinigung hat erneut eingesehen und Fehler bei der Leitung der jüngsten La-Liga-Partien eingeräumt. Ein brisanter Fall betrifft das Tor von Vinícius Júnior gegen Sevilla, bei dem es nun Argumente für einen vorherigen Foulspiel gibt. Auch ein strittiger Elfmeter an Isco im Camp Nou wird neu bewertet – und sorgt für weitere Diskussionen.

Ein arm, ein tor, eine interpretation

Ein arm, ein tor, eine interpretation

Das „Tiempo de Revisión“-Video analysiert die Situation um Vinícius’ Tor detailliert. Die ursprüngliche Entscheidung des Schiedsrichters, das Foul als Teil einer natürlichen Bewegung im Zweikampf zu werten und keine „temeräre oder unsachgemäße“ Handlung zu sehen, wird nun in Frage gestellt. Der spanische Verband meint, dass das Foul „innerhalb der Spielbewegung“ liege und somit nicht geahndet werden müsse. Doch der CTA (Comité Técnico de Árbitros) sieht es anders: Ein Kontakt mit dem Gegner, der eine Benachteiligung verursacht, stelle ein Foul dar, auch wenn es im Rahmen des Spiels stattfindet.

Die Entscheidung ist knifflig, denn die Intensität und Natur des Kontakts sind interpretierbar. Das VAR-Team handelte korrekt, indem es nicht eingriff, da kein klarer und unumstrittener Fehler vorlag. Das zeigt, wie schwierig es ist, diese Situationen einheitlich zu bewerten. Das ist kein neues Problem, sondern spiegelt eine seit langem bestehende Schwierigkeit der Schiedsrichter in Spanien wider: die subjektive Interpretation von Fouls.

Auch der Elfmeter an Isco im Camp Nou wurde unter die Lupe genommen. Hier scheint die Bewertung des Schiedsrichters, dass die Bewegung des Arms eine natürliche Schutzbewegung darstelle, ebenfalls nicht uneingeschränkt haltbar zu sein. Das CTA spricht von einem „unvermeidlichen“ Kontakt, der als Foul gewertet werden kann. Die Konsequenz: Auch hier wurde der Schiedsrichter auf dem Feld nicht eingegriffen, da die Situation als interpretierbar galt.

Die jüngsten Einlassungen der spanischen Schiedsrichtervereinigung werfen ein schlechtes Licht auf die Qualität der Leistungen in der obersten Liga. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Diskussion um die Einführung von Video-Schiedsrichtern (VAR) in Deutschland erneut auf Hochtouren laufen wird. Denn die Erkenntnis, dass selbst die besten Schiedsrichter Fehler machen, ist der erste Schritt hin zu einer Verbesserung des Spielbetriebs.