Schiri-eklat bei inter-atalanta: frattesi-elfmeter vertan – manganiello fliegt
Es ist 1:1 am Ende, doch die Wut kocht noch. Die 36. Minute, Giuseppe Meazza: Frattesi zieht ab, Scalvini kommt zu spät, trifft den Gegner statt den Ball. Pfeife stumm, Var-Monitor dunkel. Was in den letzten Spielzeiten 100 % Strafstoß war, ist plötzlich nur noch Luft.
Warum gerade dieser tritt nicht gepfiffen wurde
Manganiello aus Pinerolo steht fünf Meter daneben, sieht den Kontakt, bewertet ihn als „normal“ – und damit bewertet er sich selbst ins Abseits. Laut Referees-Commission war der Tritt „nicht mehr regulär, aber auch nicht strafwürdig“. Intern lacht man nicht mehr. Die Historie zeigt: 18 vergleichbare Szenen in dieser Saison, 17-mal Elfmeter. Nur diese eine Ausnahme. Reine Willkür? Die Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Im Katakomben-Gang zwischen Kabine und Bus trommelten Inter-Spieler mit den Fäusten gegen Betonwände. Gariglio im Var blieb stumm, weil das Feldurteil „nicht offensichtlich falsch“ sei. Offensichtlich reicht aber offenbar nur, wenn die Trikots nicht schwarz-blau sind. Sonst hätte man auch Dumfries’ Sturz vorher bewertet – ein leichter Stöß, kein Video-Beweis, aber ebenso diskutabel.
Die Folge für Manganiello: Erstmal nur Rotation, kein offizieller Rückzug. Nach Länderspiel-Pause darf er in Serie B pfeifen – A-Obmann Marcello Nicchi will die Debatte „abkühlen lassen“. Heizt sie damit nur weiter an.

Was das spiel für den titelkampf bedeutet
Der Punkt lässt Inter mit 62 Zählern vor Napoli (60) und Milan (58) auf Tuchfühlung. Aber die Psyche ist angeknackst. Trainer Simone Inzaghi sprach von „Raubbau an der Glaubwürdigkeit“, Sportdirektor Marotta fordert „Transparenz statt Lippenbekenntnisse“. Die Angst: Wenn man jetzt schon zweimal pro Saison einen Elfmeter verliert, kostet das am Ende drei Punkte – und damit vielleicht die Meisterschaft.

Die kurve tobt – und die liga schweigt
Die Curva Nord kündigte ein eigenes Schiedsrichter-Protest-Banner für die nächste Heimpartie an. Dazwischen steht ein Satz, der auch die anderen Stadien erzittern lassen dürfte: „Wer nicht pfeift, der klaut.“ Die Lega Serie A will sich bis Montag äußern, doch intern ist man sich einig: Solange keine offizielle Fehlurteils-Erklärung kommt, bleibt alles beim Alten – und genau das ist das Problem.
