Schiri-ansetzung im vfb-finale: ein fragwürdiger abschied?
Frankfurt fiebert dem Bundesliga-Finale entgegen, doch neben der sportlichen Brisanz – Eintracht will Conference League, VfB Champions League – sorgt die Ansetzung des Schiedsrichters für Kopfschütteln. Tobias Welz pfeift sein letztes Bundesligaspiel, und das in einer Partie mit so viel Last auf den Schultern. Ein Zufall? Oder eine Fehleinschätzung des DFB?
Die nähe zu frankfurt: ein problem?
Welz stammt aus Wiesbaden, nur einen Katzensprung von Frankfurt entfernt. Das bedeutet ein „Heimspiel“ zum Abschied, was angesichts der Bedeutung des Spiels für die Eintracht zumindest ein ungutes Gefühl hinterlässt. Zwar sind Schiedsrichter aus dem selben Landesverband seit Jahren keine Seltenheit mehr, doch die Umstände sind alles andere als ideal. Ein Unparteiischer mit regionaler Verbundenheit zu einem der beiden Vereine ist immer ein Risiko, besonders in einem so entscheidenden Duell.
Die Erinnerungen an das Halbfinale des DFB-Pokals zwischen Stuttgart und Freiburg sind noch frisch. Welz' Leistung dort, insbesondere die umstrittene Abpfeiffung des Freiburger Führungstreffers, wurde heftig kritisiert. Ein Fehler, der den VfB ins Finale katapultierte. Wie unparteiisch kann er nun also in der Partie zwischen der Eintracht und dem VfB agieren?

Undavs zweifel: ein spiegelbild der stimmung
Die Zweifel sind nicht nur bei den Fans. Auch Deniz Undav ließ nach dem Pokalspiel seine Unzufriedenheit mit der Schiedsrichterleistung deutlich werden. Seine Worte, wenn auch emotional, spiegeln die allgemeine Stimmung wider: Kann Welz angesichts der Vergangenheit und der Nähe zu Frankfurt eine neutrale Leistung abliefern?
Der DFB argumentiert, dass Schiedsrichter aus dem selben Verband durchaus akzeptabel seien, verweist aber auf den Fall Deniz Aytekin, der das Bayern-Spiel leitete. Der Unterschied: Aytekins Spiel hatte keine sportliche Relevanz mehr. Das Finale zwischen Eintracht und VfB ist hingegen ein nervenaufreibender Showdown um die heiß begehrten internationalen Plätze.

Ein abschied mit stil?
Tobias Welz verdient es, für seine lange Karriere in der Bundesliga gebührend verabschiedet zu werden. Doch die Wahl des Spiels für seinen letzten Einsatz wirkt unglücklich. Es bleibt zu hoffen, dass er am Samstag einen klaren Kopf bewahrt und die Partie fair leitet. Denn am Ende zählen die Leistungen der Teams, nicht die des Schiedsrichters. Die Spannung ist kaum auszuhalten, und die Augen sind auf das Spielfeld gerichtet – und natürlich auf Tobias Welz.
