Schiedsrichter-geste sorgt für wm-eklat: ist das ein „white power“-zeichen?

Ein unsanfter Aufreger überschattet den Triumph der deutschen Nationalmannschaft beim WM-Auftakt gegen Curaçao (7:1). Shaun Evans, Video-Schiedsrichter im Einsatz, sorgte mit einer Handgeste für heftige Diskussionen – und möglicherweise für eine Suspendierung.

Was geschah wirklich während der vorstellung des var-teams?

Was geschah wirklich während der vorstellung des var-teams?

Während der Übertragung des Spiels wurde das VAR-Team vorgestellt. Während Hamza El Fario und Nicolas Gallo an ihren Monitoren saßen, stand Evans auf. In diesem Moment formte er mit seinem rechten Daumen und Zeigefinger eine „O“, während die restlichen drei Finger ausgestreckt blieben. Eine scheinbar harmlose Geste, die jedoch aufgrund ihrer potenziellen Verbindung zu rechtsextremen Symbolen für Entsetzen sorgt.

Die besagte Geste, die anfangs vielleicht als harmloses „Ok“-Zeichen abgetan wurde, birgt eine dunkle Seite. In bestimmten Kreisen wird sie als Erkennungszeichen der rechtsextremen „White Power“-Bewegung verwendet. Die drei ausgestreckten Finger stehen angeblich für „W“ wie „White“, und die „O“ für „Power“. Ein beunruhigender Umstand, der die Glaubwürdigkeit des Fußballs und das Engagement gegen Rassismus in Frage stellt.

Die FIFA hat bereits Kenntnis von dem Vorfall, eine offizielle Stellungnahme steht jedoch noch aus. Das Fare-Network (Football Against Racism in Europe) äußerte sich bereits deutlich: „Ein weltweites Fernsehpublikum sollte nicht damit konfrontiert werden, dass rechtsextreme Personen Neonazi-Symbole verwenden, während es sich darauf vorbereitet, ein Spiel zu verfolgen.“ Das Netzwerk fordert eine Konsequenz: „Es ist klar, dass dieser Offizielle bei dieser Weltmeisterschaft keine weitere Rolle mehr spielen sollte.“

Für Evans stellt die WM 2026 sein zweites großes Turnier dar. Bereits 2022 war er bei der Weltmeisterschaft in Katar als Video-Schiri im Einsatz. Im Jahr 2018/19 wurde er in Australien zum Schiedsrichter des Jahres gewählt – eine Auszeichnung, die nun in einem völlig neuen Licht betrachtet wird. Der Schatten des Verdachts wirft ein trübes Licht auf seine bisherige Karriere und die Integrität des Schiedsrichterwesens.

Die Reaktion der Fußballwelt bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Diese Geste und die damit verbundenen Interpretationen haben das Potenzial, das Image des Fußballs nachhaltig zu beschädigen und die Debatte über Rassismus und Extremismus im Sport neu zu entfachen. Die FIFA muss jetzt handeln, um ein deutliches Zeichen zu setzen und die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs zu wahren. Es geht um mehr als nur die Zukunft von Shaun Evans – es geht um die Werte, die der Fußball verkörpern soll.