Schiedsrichter-geständnis: burgos spricht über den 'clásico'-fehler

Neun Jahre nach einer verhängnisvollen Partie im Bernabéu hat Ricardo de Burgos Bengoetxea, der Schiedsrichter des umstrittenen 'Clásico' im Jahr 2017, nun ausführlich über seine Fehler und die psychologischen Folgen gesprochen. Sein Eingeständnis wirft ein neues Licht auf die immense Belastung, der Schiedsrichter in Topspielen ausgesetzt sind.

Die überheblichkeit vor dem spiel

De Burgos, der damals mit 31 Jahren sein erstes Clásico leitete, schildert, wie er sich vor dem Spiel überschätzt habe. “Sánchez Arminio sagte mir, er würde mich für das Spiel designieren, und ich hatte in den zwei Jahren davor eine gute Dynamik. Ich kam ehrlich gesagt zu dem Spiel, in dem festen Glauben, ein besserer Schiedsrichter zu sein, als ich tatsächlich war.” Diese Überheblichkeit, so räumt er ein, führte dazu, dass er nicht auf dem erforderlichen Niveau agierte.

Die Folgen waren verheerend. “Ich habe mehrere Fehler begangen und habe sie monatelang psychologisch bezahlt. Es waren schwere Zeiten, Momente, in denen ich alleine weinte, ohne dass meine Familie es bemerkte.” Die Enttäuschung über das Versagen in einem so prestigeträchtigen Spiel nagte an ihm, und er zweifelte an seinen Fähigkeiten.

Die ronaldo-rote karte und die kritik

Die ronaldo-rote karte und die kritik

Ein zentraler Punkt des Gesprächs war die umstrittene Rote Karte für Cristiano Ronaldo in jenem Spiel. De Burgos verteidigt seine Entscheidung, den portugiesischen Superstar wegen einer Simulation und eines anschließenden Nudges zu verweisen. “Ich hatte in diesem Spiel nur eines klar: Ich konnte die Aktion von Cristiano nicht ungeschehen machen. Ich habe es so aufgeschrieben, wie es war, er hat mich leicht angestoßen. Hätte ich das nicht getan, wäre es ungerecht gegenüber mir selbst und meinen Kollegen gewesen. Der Schiedsrichter muss geschützt werden.”

Die heftige Kritik des damaligen Real Madrid-Präsidenten Florentino Pérez und des Vereinskanals ignorierte er weitgehend. “Es ist seine Meinung, und ich respektiere sie, auch wenn ich sie nicht teile. Ich habe noch nie einen ganzen Beitrag von Real Madrid TV gesehen.” Er zeigte sich offen für ein Gespräch mit Pérez, um Missverständnisse auszuräumen.

Der

Der 'negreira'-skandal und die zukunft

Auch der 'Negreira'-Skandal, der den spanischen Fußball erschüttert hat, wurde angesprochen. De Burgos betonte, dass er keine persönliche Beziehung zu dem umstrittenen Funktionär hatte, der den Verein mit Zahlungen in Millionenhöhe bedacht hatte. “Es ist eine Belastung, die wir während unserer gesamten Karriere tragen werden.” Er drückte die Hoffnung aus, dass die Veröffentlichung des Urteils bald Klarheit schafft und die Vorwürfe der Korruption, die gegen Schiedsrichter erhoben werden, widerlegt werden.

Obwohl die Situation belastend ist, blickt de Burgos nach vorne. Seine Offenheit und sein Geständnis zeigen die menschliche Seite eines Berufes, der oft im Rampenlicht der Kritik steht. Das Eingeständnis der Fehler und das Streben nach Verbesserung sind ein Zeichen von Charakter und Professionalität, das auch in Zukunft von ihm gefordert sein wird.