Schiedsrichter-fehler im pokal: ittrich verteidigt welz nach kontroversen
Die hitzige Debatte um den verpfiffenen Treffer im DFB-Pokal-Halbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg geht weiter – und Patrick Ittrich, langjähriger Bundesliga-Schiedsrichter, schaltet sich entschieden ein. Seine klare Ansage: Die Kritik an Tobias Welz, dem Unparteiischen, ist schlichtweg unverschämt.

Ein fehlurteil, das für aufruhr sorgte
Der Vorfall ereignete sich beim Stand von 2:1 für die Stuttgarter. Welz hatte einen Treffer des SC Freiburg aufgrund eines vermeintlichen Fouls von Lucas Höler an Jeff Chabot annulliert. Der DFB räumte später ein, dass dies ein Fehlurteil war – doch bis dahin waren die Stimmen der Kritik ohrenbetäubend. Besonders VfB-Stürmer Deniz Undav ließ seiner Enttäuschung freien Lauf und bezeichnete den Pfiff als „den krassesten Fehler“, den ein Schiedsrichter machen könne – ironischerweise profitierte sein eigenes Team von der Fehlentscheidung.
Auch Sport1-Experte Stefan Effenberg schaltete einen Gang höher und nannte die Situation einen „Skandal“. „Das ist überhaupt kein Foul, sondern ein klares Tor!“, so Effenberg im Doppelpass. Er bezweifelte offen die Qualität der Schiedsrichter, nachdem ein solches Urteil gefällt worden war.
Aber was denkt Patrick Ittrich, ein Mann, der selbst jahrelang auf dem Platz stand? Er findet, dass der Fokus auf dem Schiedsrichter zu hoch ist. „Ich muss eine Sache loswerden: Ich finde es unfassbar unverschämt, dass ein Schiedsrichter an einer Szene kaputt geredet wird“, betonte er im Sport1 Doppelpass. Er räumte ein, dass Welz einen Fehler gemacht hat, der erklärbar sei. „Er hat von hinten auf die Situation geguckt und ein Ellbogen-Vergehen gesehen. Er hat falsch beurteilt.“
Lo que nadie cuenta es que der Druck auf Schiedsrichter enorm ist, und ein Fehler – auch wenn er vermeidbar war – gravierende Folgen haben kann. Ittrich betonte, dass Welz am meisten unter dem Vorfall leidet: „Der, der sich unfassbar darüber ärgert und Tage nicht schlafen kann, ist der Schiedsrichter.“
Immer wiederkehrende Kritik an Schiedsrichterleistungen ist nichts Neues, aber Ittrich stellt fest: „Wenn ein Spieler einen Fehler macht, der elementar ist, dann sitzt er nicht auf der Bank. Dann spielt er trotzdem weiter, weil er ein Guter ist. Tobias Welz ist ein Guter, das möchte ich nur einmal feststellen.“ Beide Schiedsrichter, Welz und Ittrich, werden nach dieser Saison ihre Karriere beenden – ein Abschied mit einem ungewöhnlichen Nachhall.
Die Debatte wird weitergehen, aber Ittrichs deutliche Verteidigung von Welz zeigt, dass in der Welt des Fußballs auch Solidarität und Verständnis für menschliche Fehler existieren. Der Schiedsrichterberuf ist eine Gratwanderung – und Tobias Welz wird diese Erfahrung nun besonders schmerzhaft mitnehmen.
