Scheiblehner blickt zurück: grollfrei nach gc-aus und lob für sutter
Ein Monat nach seinem überraschenden Aus beim Grasshopper Club Zürich wirkt Gerald Scheiblehner sachlich und ohne Bitterkeit. Der ehemalige Trainer nimmt im Sky-Podcast „DAB I Der Audiobeweis“ Stellung zu seinem Abschied und verteidigt dabei Sportchef Alain Sutter nachdrücklich. Ein Abgang, der viele in der Schweizer Fussballszene überraschte, wird von Scheiblehner nun aus einer ungewöhnlichen Perspektive beleuchtet.

Die macht hinter den kulissen: mehr als nur der trainer
„Es wurde einfach so entschieden, das muss man als Trainer akzeptieren“, erklärt Scheiblehner in dem Podcast. Doch was steckt wirklich hinter einer solchen Entscheidung? Der Österreicher räumt ein, dass bei einem Traditionsverein wie dem GC mehr am Werk ist als nur die Leistung des Trainers. „Es gibt viele Dinge wie Medien und Investoren. Die genauen Hintergründe kenne ich nicht.“ Diese Aussage deutet auf ein komplexes Geflecht von Einflüssen hin, das oft im Verborgenen agiert.
Besonders hervorzuheben ist Scheiblehner's deutliche Verteidigung von Alain Sutter. Er beschreibt die Zusammenarbeit mit dem Sportchef als „hervorragend“ und betont, dass das finale Gespräch über seinen Rauswurf „sehr wertschätzend“ verlaufen sei. „Wir sind im Guten auseinander“, so Scheiblehner, was in der oft hitzigen Welt des Profifussballs eher selten vorkommt. Seine Zeit in Zürich bezeichnet er als „Top-Erfahrung auf einem sehr, sehr guten Niveau“ – eine Anerkennung, die trotz des abrupten Endes spricht.
Während Scheiblehner nun nach vorne blickt, kämpft sein Nachfolger Gernot Messner bei GC weiterhin um das Ruder herum. Der schwache Einstand mit deutlichen Niederlagen gegen Servette und Sion ließ bereits erahnen, dass die Aufgabe in Zürich alles andere als einfach sein wird. Der Sieg in Winterthur bot zwar kurzzeitig Hoffnung, doch das frühe Aus im Cup gegen Lausanne-Ouchy dämpfte die Stimmung schnell wieder. Der kommende Samstag gegen Luzern wird für GC zur Standortbestimmung – Punkte sind im Tabellenkeller bitter nötig.
Die Situation zeigt, dass der Druck auf Messner immens ist, während Scheiblehner seine Zeit beim GC offenbar ohne nennenswerte Reue hinter sich lässt. Eine bemerkenswerte Haltung, die den professionellen Umgang mit solchen Situationen unterstreicht und zeigt, dass auch im Leistungssport Fairness und Wertschätzung möglich sind.
