Scamacca schreibt in atalanta-sieg gegen inter geschichte neu
Gianluca Scamacca traf doppelt, Inter kassierte die dritte Saisonniederlage – und die Atalanta jubelt nach dem 2:0 in Bergamo wie im März-Traum. Dabei war der Sieg alles andere als selbstverständlich: Die Nerazzurri begannen dominant, doch ein einzelner Akteur zerstörte ihre Pläne innerhalb von 180 Sekunden.
Der sturm-duell-sieg: scamacca gegen mlacic
Inter-Coach Inzaghi hatte Stefan Mlacic auf die neun gesetzt – ein Experiment, das sich als Rohrkrepierer entpuppte. Der Montenegriner verlor neun von elf Dribblings, fand gegen Abdul Sulemana keine Lösung und wurde nach 57 Minuten ausgewechselt. Scamacca dagegen nutzte seine ersten beiden Ballkontakte zur Führung: Minute 23, Kopfball, 1:0 – Minute 25, Volley, 2:0. Die Kurve tobte, Inter stolperte.
Die Statistik ist gnadenlos: Atalanta kommt auf 14 Tore nach Standardsituationen, Inter nur auf sieben. Und Scamacca? Er hat jetzt schon mehr Treffer als in seiner kompletten West-Ham-Zeit. Der 25-Jährige lachte nach Abpfiff: „Ich wollte beweisen, dass ich in Italien zuhause bin. Heute habe ich es geschafft.“

Gasperinis geheimrezept funktioniert wieder
Atalantas Trainer Gian Piero Gasperini drehte nach der Länderspielpause an zwei Stellschrauben: höheres Pressing und schnelleres Umschaltspiel. Das Ergebnis: 14 Ballgewinne im gegnerischen Drittel – Saisonrekord. Inter kam nicht einmal zu der berüchtigten lunga-Staffelung; Bastoni und Dimarco sahen nur noch Rückennummern.
Und die Defensive? Sebastiano Scalvini gewann 80 % seiner Zweikämpfe, Teun Koopmeiners schob wie ein Box-to-Box-Sechser immer wieder dazwischen. Die einzige Großchance der Gäste – ein Lautaro-Drehschuss in Minute 71 – parierte Juan Musso mit dem linken Fuß, als hätte er den Schuss schon vorher gesehen.
Inter verliert mehr als nur drei punkte
Die Liga-Spitze rückt in weite Ferne. Mit 54 Zählern beträgt der Rückstand auf Neapel bereits zwölf Punkte, die Titelverteidigung wird zur Kopfrechnung. Inzaghi ließ nach dem Spiel die Kinnlade baumeln: „Wir haben zu viele Einzelduelle verloren, das tut weh.“ Die Frage nach der Meisterschaft verneinte er mit einem schulterzuckenden „Sprechen wir im Mai“ – klang aber bereits wie ein Epitaph.
Für Atalanta ist die Champions-League-Ränge wieder greifbar. Bei einem Spiel weniger hat die Dea nur zwei Punkte Rückstand auf Platz vier. Und Scamacca? Der könnte am Sonntag in Lecce zum ersten Mal seit 2021 wieder dreimal in Folge treffen. Die Kurve von Bergamo ist bereit, die Scamacca-Gala geht in die nächste Runde.
