Sc magdeburg zittert sich zum 27:25-sieg beim bhc – der meister patzt erneut

Kopf aus der Schlinge, zwei Punkte im Gepäck – und trotzdem liegt ein Schleier über dem Tabellenführer. Der SC Magdeburg hat beim Abstiegskandidaten Bergischer HC 27:25 gewonnen, doch die Art und Weise schmeckt selbst dem Meistertrainer bitter.

Bennet wiegert zerreißt seine rückraum-stars

„Gisli Kristjansson war annähernd abgemeldet, Omar Ingi Magnusson hat sich extrem schwergetan“, donnerte Bennet Wiegert nach Abpfiff durch die mixed zone. Der Isländer blieb bei zwei Treffern, Magnusson brauchte neun Würfe für seine drei Feldtore. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Magdeburgs Rückraum lieferte sich selbst in die Hand des Tabellenvorletzten. Erst 15 Sekunden vor Schluss machte Felix Claar mit seinem zehnten Tor den Sack zu – und rettete damit die Köpfe seiner Stars.

Der BHC spielte ohne Netz und doppelte den Rückraum permanent. Morante Maldonado, zurück aus Barcelona, schlug mit fünf Toren Löcher in die Magdeburger Abwehr. „Die haben genau das, was man im Abstiegskampf braucht: Herz, Zweikampfstärke und den Glauben, dass selbst der Meister blutet“, sagte Wiegert. Bluten tat er tatsächlich: 13 Ballverluste im ersten Durchgang, zwei Zeitstrafen mehr als der Gegner, eine Angriffsleistung, die selbst die eigenen Fans verstummen ließ.

Die magdeburger punkte haben jetzt ein gewicht

Die magdeburger punkte haben jetzt ein gewicht

Die Tabelle lügt nicht, aber sie lacht. Magdeburg führt mit 42:4 Punkten – doch die letzten drei Spiele endeten 27:25, 29:28, 27:25. Drei Mal mit einem Tor, drei Mal in letzter Sekunde. Die Mannschaft gewinnt, verliert aber Rhythmussicherheit. „Wir bringen nur noch Energie, keine Struktur mehr“, sagte Magnusson. Die Aussage trifft ins Herz der Meisterfrage: Wer nur noch rettet, statt zu spielen, wird auch in Köln oder Kiel untergehen.

Am Horizont lauert bereits das nächste Prüfstein-Duell: am Samstag kommt der SC DHfK Leipzig. Die Sachsen haben zuletzt in Flensburg gewonnen und auf der Platte gezeigt, wie man einen Favoriten entzaubert. Wiegert wird seine Rückraum-Stars erneut auf den Prüfstand stellen. Kristjansson hat 48 Stunden, um sich neu zu erfinden. Magnusson muss beweisen, dass seine neun Meter mehr sind als nur Siebenmeter-Treffer.

Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden – aber sie beginnt, zu zittern. Und Magdeburg hat die erste Risse im Angriff. Wenn der Meister nicht bald wieder spielt, sondern nur noch gewinnt, wird die Schlinge irgendwann zuklappen. Dann reicht auch Felix Claar nicht mehr.