Sc bern vorzeitig raus: fans toben, untersander spricht von katastrophe

Die PostFinance-Arena bebt nicht vor Jubel, sondern vor Wut. Nach dem 0:2 im Play-In-Rückspiel gegen Rapperswil-Jona steht der SCB bereits am 2. April 2025 fest vor dem Aus – und niemand redet sich den Frust klein. «Die Saison endet als Katastrophe», donnert Captain Ramon Untersander in den Mikrofonen des «Blick».

Strafen statt tore – die bären ernten, was sie säen

Die Zahlen sind nüchtern: zwei Play-In-Spiele, zwei Niederlagen, ein Tor. Dazwellen liegen 14 Minuten unnötige Strafzeit, ein Powerplay, das kein einziges Mal zündete, und ein Kader, der offensichtlich den Glauben an sich selbst verloren hatte. «Wir haben blöde Strafen genommen, weil wir unsere Emotionen nicht im Griff hatten», erklärt Untersander. Das ist keine Ausrede, sondern eine Selbstanklage. Denn genau diese Disziplin hatte Trainer Hans Kossmann vor der Serie betont – und sie wurde zur Geißel des Favoriten.

Die Konsequenz: Bern verpasst zum zweiten Mal in Folge die Play-offs. Ein Novum seit 2018. Die Fans reagierten mit Transparenten («Wollt ihr überhaupt?») und Pfiffen, die selbst nach der Schlusssirene nicht verstummten. Untersander nimmt die Anfeindung in Kauf. «Der Frust ist legitim. Wir sind ein stolzer Klub, aber wir stehen, wo wir nicht hingehören.»

Retour à la case départ – was bleibt, ist ein scherbenhaufen

Retour à la case départ – was bleibt, ist ein scherbenhaufen

Die Saison 2025/26 war von Anfang an von Verletzungspech und personellen Brüchen geprägt. Doch statt sich neu zu erfinden, verfiel das Team in alte Muster: zu viele Einzelaktionen, zu wenig Zug zum Tor, zu oft Spieler, die sich hinterher eher für Social-Media-Clips als für Points interessierten. Der sportliche Leiter betonte stets «Prozess», doch Prozesse ohne Resultate enden in der Ausgliederungsliga. Und die droht, wenn der Abstiegsmodus kommt.

Finanziell steht der Klub vor einem Scherbenhaufen: Saisonziel verfehlt, TV-Gelder weg, Sponsoren verunsichert. Der Kader wird rotieren müssen. Jungstars wie Leon Muggli sollen bleiben, Hochlohnkracher wie Gregory Hofmann stehen auf der Abschussliste. «Jeder muss sich fragen, ob er alles für das Logo gegeben hat», sagt Untersander. Die Antwort dürfte einige kalte Duschen bringen.

Die Sommerpause wird kurz, die Planung lang. Am 15. Juli startet das Training – mit oder ohne neuen Trainer. Die Führung um Präsident Marc Rösti schweigt bislang, doch intern kursiert schon ein Name: ein Ex-Nationaltrainer mit Ruf nach Disziplin. Ob das reicht, um den Bären wieder Gebrüll statt Gegrummel zu entlocken, wird sich zeigen. Fest steht: Wer nächstes Jahr wieder nur um die Play-ins kämpft, wird nicht nur den Anhang verlieren, sondern auch die letzten Illusionen.