Sawe zerstört die 2-stunden-wand – mockenhaupt prophezeit den nächsten knall

1:59:30 – die Zahl klingt wie ein Tippfehler, ist aber die neue Realität. Sabastian Sawe lief am Sonntag in London die 42,195 km schneller als jeder Mensch zuvor unter Wettkampfbedingungen. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Sabrina Mockenhaupt tippt auf eine neue Bestmarke noch 2026 – und zwar in Berlin.

Warum die hauptstadt der nächste rekordboden wird

Die ehemalige deutsche Spitzenläuferin kennt die Berliner Strecke wie ihre Westentasche. „Wenn die Organisatoren Sawe an die Startlinie kriegen, gute Hasen und windarmes Wetter dazu, kann er Ende September unter 1:59 Stunden gehen“, sagt sie im Gespräch mit RTL/ntv. Ihr Kalkül: das flache Profil, die langen Geraden und die Tradition, dass in Berlin die Uhr immer schneller tickt – sieben Weltrekorde seit 2003 sprechen ihre eigene Sprache.

Sawe selbst brennt darauf. Bereits beim Debüt 2025 siegte er in 2:02:16, ließ dabei aber spüren, dass er noch Luft nach oben hat. „Ich habe in London bewiesen, dass die zwei Stunden keine Grenze mehr sind. Berlin ist die logische nächste Station“, ließ er über seinen Manager verlauten.

Perfektes wetter, bessere schuhe, neue wissenschaft

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Mockenhaupt zählt die Faktoren auf, die den perfekten Sturm ermöglicht haben: zehn Grad Celsius, kaum Wind, ein ideal eingeteilter Pacemaker-Block – und Technik, die selbst sie kaum wiedererkennt. „Die Schuhe sind keine Schuhe mehr, es sind Federn mit Sohle“, lacht sie. Dazu kommen Trainingsmethoden, die früher undenkbar waren: kontinuierliche Laktatkontrolle, Schlafmessung auf Millisekunde, Eiweißsequenzierung im Milligramm-Bereich. „Früher sind wir gelaufen, bis die Lunge brannte. Heute wird jeder Schritt vorher simuliert.“

Was bedeutet das für die Konkurrenz? Hinter Sawe blieb auch Yomif Kejelcha in 1:59:41 unter der Magischen Marke – beim ersten Marathon seines Lebens. Ein Novum, das selbst Experten sprachlos macht. „Wenn ein Debütant so nah am Weltrekord hängt, ist das kein Einzelfall mehr, sondern ein Paradigmenwechsel“, sagt Mockenhaupt.

Der Berlin-Marathon am 27. September hat sich seine Hauptdarsteller damit ausgesucht. Die Organisatoren wollen offiziell noch nichts bestätigen, doch hinter den Kulissen laufen die Verträge. Werbung, TV-Gelder, Sponsoren – alle wollen ein Stück von der nächsten Uhr, die auf 1:58:xx springt.

Die Uhr wird nicht mehr zurückdrehen. Die Frage ist nur, wie tief die nächste Marke grabt. Mockenhaupt ist sicher: „1:58 ist keine Science-Fiction mehr. Wir reden hier über Monate, nicht Jahre.“