Sané tröstet karl – und denkt an eigenen wm-traum
Ein bitterer Abschied für Lennart Karl, ein tröstendes Schulterklopfen von Leroy Sané. Der frühere Münchner profitiert von der Verletzung des jungen Bayern-Talents, doch seine Gedanken kreisen primär um dessen verpasstes WM-Fest. Die Szene wirft ein Schlaglicht auf die oft fragilen Karrierewege im Profifußball und auf die Ambivalenz von Freude und Bedauern, die mit ihnen einhergehen kann.
Die enttäuschung ist greifbar – sanés anteilnahme steht im vordergrund
Nach dem 2:1 (1:1) der deutschen Nationalmannschaft gegen die USA in Chicago, einem weiteren Erfolg im Vorfeld der Weltmeisterschaft, betonte Sané, dass ihm das Ausscheiden Karls besonders leid tue. „Es tut einem persönlich weh, für Lenny ist ein Traum geplatzt, das tut mir persönlich super leid für ihn, er ist ein super junger Spieler, ein super Fußballspieler“, erklärte der Matchwinner, der durch seinen 17. Länderspieltreffer den neunten Sieg in Serie sicherstellte. Der Startplatz auf der rechten Offensivseite, den er nun einnimmt, war Karl durch die kurzfristige Verletzung genommen worden.
Sané schien sichtlich berührt von der Situation des jungen Talents. Er lobte Karls Debütsaison und wünschte ihm eine schnelle Genesung: „Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, dass er sich gut regeneriert.“ Die Sorge um Karls langfristige Perspektiven wies er entschieden zurück: „In der nächsten Saison wird er wieder angreifen. Deutschland kann froh sein, dass wir einen so guten jungen Spieler haben. Der wird uns noch viel Freude bereiten.“ Diese Worte klingen fast wie ein Echo vergangener Hoffnungen – Sané selbst hatte ähnliche Versprechungen erfahren, die sich 2018 jäh schlossen.

Ein schatten der vergangenheit: sanés eigene wm-erfahrungen
Die kurzfristige Ausbootung für die WM 2018 durch Joachim Löw nagt noch immer an der Karriere des 30-Jährigen. Seitdem hat er nur eine Weltmeisterschaft erlebt. Sein 20-minütiger Einsatz im zweiten Gruppenspiel gegen Spanien 2022, gefolgt von einem Startelfeinsatz beim Vorrunden-Aus gegen Costa Rica, sind bescheidene Erinnerungen an ein Turnier, das für ihn alles andere als glanzvoll verlief.
Am 14. Juni in Houston gegen Curacao wird Sané voraussichtlich erneut im DFB-Trikot stehen. Ob er dann erneut treffen kann, ist ihm „egal“. Entscheidend sei vielmehr der Zusammenhalt: „Dass alle an einem Strang ziehen und positiv die Spiele angehen.“ Die Atmosphäre im Team beschrieb er als „sehr, sehr gut“ mit „Riesenvorfreude“. Doch hinter der Fassade der Harmonie verbirgt sich die bittere Erkenntnis, dass auch etablierte Spieler wie Sané mit dem Damoklesschwert der Verletzung und der Konkurrenz leben.
Sané, der Mitfühlende, der selbst die Schatten der Vergangenheit kennt. Ein ironisches Schicksal für einen Spieler, der so viel von der WM erwartet hat.
