Sanches trifft beim alten klub – yb nimmt lausanne die luft weg

Als hätte er nie woanders gespielt, schob Alvyn Sanches den Ball in der 43. Minute zur Seite, sah aufs Tor – und schoss. Die Lausanner Fans hatten kaum Zeit, zu pfeifen. 1:0, erste Berner Führung, erste persönliche Rache.

Sanches trifft in seinem ehemaligen wohnzimmer

Sanches trifft in seinem ehemaligen wohnzimmer

Der 23-Jährige hatte das Stade de la Tuilière drei Jahre lang als eigenes Wohnzimmer behandelt, jett feierte er dort sein siebtes Saisontor im YB-Trikot. Monteiro spielte sich links durch, legte quer, Sanches nahm den Pass mit der Innenseite mit, ließ Keeper Faivre keine Chance. Vier Sekunden Stille, dann Brüllen aus dem Gästeblock.

Die Zahl spricht für sich: Inzwischen steht Sanches bei sieben Treffern und fünf Vorlagen – und das, obwohl er die ersten drei Runden verletzt zuschauen musste. Sein Effizienzwert liegt bei 0,63 Scoringpunkten pro Einsatz, nur Jean-Pierre Nsame kommt in dieser Saison auf einen besseren Wert bei den Bernern.

Lausanne wirkte nach dem Gegenschlag wie betäubt. Trainer Alain Casanova wechselte früh zweimal, doch die Young Boys ließen den Ball laufen, als wäre es ein Trainingsspiel. Die Genfer hatten zwar 58 Prozent Ballbesitz, schossen aber nur zweimal aufs Tor – beide Male aus abseitsverdächtigen Positionen.

Für Sanches war es mehr als drei Punkte. «Ich kenne jede Ritze dieses Platzes», sagte er nach Abpfiff. «Deswegen weiß ich auch, wo die Lücken sind.» Mit dieser Kaltschnäuzigkeit hat er sich in die Köpfe der YB-Fans gespielt. Die Meister bauen die Tabellenführung aus, Lausanne rutscht auf den letzten Platz ab. Die Saison ist noch lang, aber dieses Tor könnte der Moment sein, an dem sich die Richtung endgültig klärt.