Sammer zerlegt baumann-tränen: „wer heult, bleibt zu hause“

Matthias Sammer hat keinen Millimeter Mitleid übrig. Oliver Baumann soll wieder auf die Bank rutschen, weil Manuel Neuer zurückkehrt – und genau das findet der ehemalige Sportdirektor richtig. „Dann sollen eben alle, die weinen, mit nach Hause“, donnerte er im Hagedorn-Talk. Satz mit X – Ende der Diskussion.

Sammer zieht die leistungskeule: kein platz für sentimentalitäten

Der 58-Jährige redete Klartext, statt Therapie. Leistungssport sei kein Kindergarten, sondern ein Schmelztiegel, in dem der Beste spielt, nicht der Sympathischste. „Der Leistungssport ist eben nicht nur Honig, Milch und Schokolade“, sagte Sammer und wischte jede Empathie beiseite. Baumann habe Monate die Nummer eins sein dürfen, doch nun stehe Neuer bereit – und der FC-Kapitän sei nun mal „der beste deutsche Torhüter, den wir haben“.

Die Botschaft an die Kabine: Jammern gilt als Teamgift. „Wenn wir so weit sind, dass eine Personalie der Grund dafür ist, warum wir bei diesem Turnier versagen, dann können wir alle einpacken – inklusive Experten“, sparte Sammer nicht mit Sprengkraft. Er wartete keine Sekunde ab, um die Reißleine zu ziehen: Wer die Nerven verliert, verliert auch das Ticket.

Nagelsmanns faustpfand: neuer statt baumann – die zahlen sprechen

Nagelsmanns faustpfand: neuer statt baumann – die zahlen sprechen

Bislang hatte Baumann in der Nations-League-Phase sieben Mal den Kasten sauber gehalten, einen Gegentorschnitt von 0,71 und eine Fangquote von 76 %. Solide, aber nicht Weltklasse. Neuer kehrte nach seinem Sommer-Exil in die Bayern-Startelf zurück und lieferte innerhalb von zwölf Wochen 41 Paraden, drei Assists und einen Sieg gegen Real Madrid ab – bei 38 Jahren. Die Leistungskurve zeigt steil nach oben, die Entscheidung damit eine Frage der Stoppuhr, nicht des Herzens.

Sammer stützt Nagelsmann also nicht aus Nostalgie, sondern aus kalter Analyse. „Sind wir bei einer Kaffeefahrt oder im Hochleistungssport?“ lautet seine Devise. Für Baumann bleibt nur die Option, sich in der Kabine zu sammeln oder den Koffer zu packen. Mitleid? Fehlanzeige. Es gibt keinen Bonus für gute Miene zum bösen Spiel.

Am 21. Mai fällt die endgültige Entscheidung. Dann steht fest, ob Baumann als Nummer zwei mitreist oder seinen Sommerurlaub antreten darf. Sammers Urteil ist längst gefällt: „Der Beste muss spielen. Es gibt keine andere Prämisse.“ Punkt. Aus. Weitergehen.