Sammer zerlegt arsenal-kritik: „sollen alle den mund halten – titel zählen, nicht ästhetik“

Matthias Sammer hat mit einer wuchtigen Attacke die Diskussion um Arsenals Spielstil beendet – zumindest für einen Abend. „Zu Arsenal will ich nur eins sagen: Die sollen alle ihren Mund halten“, donnte der Europameister von 1996 bei Amazon Prime. „Es gibt keine B-Noten im Fußball. Es geht um Titel. Und wer Titel holt, hat Recht.“

Der Tabellenführer der Premier League steht im Achtelfinale der Champions League, hat neun Punkte Vorsprung auf Manchester City und ist im FA-Cup im Viertelfinale. Trotzdem wird Mikel Artetas Team vorgeworfen, mit überlangen Einwürfen, Zeitspiel und Standardtricks den „schönen“ Fußball zu sabotieren. Fabian Hürzeler von Brighton hatte sich öffentlich beschwert, Arsenal „wolle gar nicht Fußball spielen“. Sammer lässt dafür kein Haar in der Suppe. „Denen muss langweilig auf der Insel sein, um so einen Blödsinn zu erzählen.“

Hummels gesteht: „ich schaue es mir auch nicht gern an“

Hummels gesteht: „ich schaue es mir auch nicht gern an“

Mats Hummels, selbst Verteidiger mit Champions-League-Sieger-Erfahrung, gibt in der Sendung zu, dass er die Gunners „nicht schön“ findet. „Es ist nicht schön anzusehen, aber es ist pragmatisch. Oft sind sie besser als der Gegner. Ich schaue es mir auch nicht gern an. Mich hat es wenig vom Hocker gerissen. Da war ich beim ESC euphorischer, als wir von anderen Ländern mal einen Punkt bekommen haben.“ Die Pointe bringt die Runde zum Lachen – und trifft den Nagel auf den Kopf. Arsenal liefert Ergebnisse, nicht Kunstwerke.

Die Zahlen sprechen für Sammer: 13 Siege in den letzten 15 Pflichtspielen, nur zwei Gegentore seit Jahresbeginn, eine Tor-differenz von plus 46 in der Liga. Wer so effizient ist, muss sich nicht für Effektivität entschuldigen. Sammer legt noch nach: „Fabi Hürzeler, ich schätze ihn sehr, bevor du so eine Mannschaft kritisierst, musst du drei Titel geholt haben und nicht mal mit Pauli aufgestiegen sein. Das gehört sich einfach nicht. Da muss man Respekt walten lassen.“

Am Dienstag entscheidet sich im BayArena, ob Arsenal auch gegen Bayer Leverkusen die nächste Runde erreicht. Die Gunners führen 2:1 aus dem Hinspiel. Wer dann noch über Ästhetik philosophiert, versteht die neue Regel: Erst gewinnen, dann applaudieren. Oder wie Sammer es formuliert: „Titel sind die einzige Währung, die zählt.“