Salzburg feuert beichler nach 14 spielen – die schnellste entlassung seit red-bull-ära

Die Mozartstädter schmeißen den jüngsten Trainer raus, bevor er überhaupt ankommen konnte. Nach 103 Tagen ist Schluss – ein Rekord, den sich keiner auf die Fahnen schreiben will.

Die bilanz ist ein einziger albtraum

Vier Siege aus 14 Pflichtspielen, 1,07 Punkte pro Spiel – das ist nicht nur schwach, das ist historisch schwach. Seit Dietrich Mateschitz 2005 den Klub übernahm, stellt kein Coach eine tiefere Siegquote hin. Nicht einmal der damals verhasste Co-Adriaanse kratzte an diesem Tief. Die Geschäftsführung um Marcus Mann spricht von „nicht den Erwartungen entsprechend“, doch intern war die Entscheidung längst gereift. Die Kabine hatte sich laut Vereinskreisen schon vor Wochen vom 37-Jährigen distanziert.

Beichler selbst übernahm im Februar das Ruder von Thomas Letsch, der mit 1,58 Punkten pro Spiel als „Retter“ galt, aber eben nur bis Winter. Die Hoffnung, ein ehemaliger Jugendchef werde die DNA des Vereins zurück auf den Rasch pflanzen, zerbarst binnen Tagen. Salzburg spielte ohne Tempo, ohne Idee, ohne Biss. Die 0:3-Klatsche gegen Sturm Graz war nur die spektakulärste Niederlage in einer Serie, die die Meisterschaft endgültig nach Linz schickte.

Junuzovic und ikache folgen sofort

Junuzovic und ikache folgen sofort

Mit Beichler verschwindet auch Co-Trainer Raphael Ikache, der zur Red-Bull-Akademie abgeschoben wird. Zlatko Junuzovic, einst Werder-Bremens Sechser mit 399 Bundesliga-Einsätzen, muss ebenfalls den Koffer packen. Der 36-Jährige galt als Bindeglied zwischen Profi- und Jugendbereich – doch offenbar klebte auch an ihm der Geruch der Verlierer-Saison.

Wer die Trümmer nun zusammenkehrt, ist offen. Die interne Lösung wäre Unter-18-Coach René Aufhauser, doch der gilt als zu grün für ein Team, das nächste Saison wieder in der Champions League mitmischen will. Extern kursiert der Name Matthias Jaissle, der in Liefering die Salzburg-Philosophie perfekt verinnerlichte, bevor er 2021 nach Leipzig abwanderte. Doch RB Leipzig wird ihn nicht einfach ziehen lassen, schon gar nicht vor der Quali im Juli.

Die sportliche Lage ist brisanter, als die 10-Punkte-Differenz auf Meister Linz vermuten lässt. Die Salzburger mussten erstmals seit zwölf Jahren den Pokal abgeben, das Nachwuchsleistungszentrum liefert nur noch sporadisch Talente, die sofort Bundesliga-tauglich sind. Die Fans forderten nach der 1:4-Pleite in Wolfsberg lautstark „Rückkehr zur DNA“. Gemeint ist: Hochpressen, Umschaltmomente, Rasen runterkochen. Kurz: Die Erfolgsrezepte, die Rangnick und Rose einst perfektionierten.

Mann versprach „eine gründliche Analyse bis Mitte Juni“. Doch intern weiß jeder: Neue Spieler allein reichen nicht. Salzburg braucht eine neue Erzählung – und einen Erzähler, der sie glaubwürdig runterbetet. Die Uhr tickt: Champions-League-Qualifikation beginnt in 55 Tagen.