Salah vor dem miami-coup: messi-duell statt saudi-klatsch

Mohamed Salah verlässt Liverpool ablösefrei – und plötzlich ist Inter Miami im Spiel. Das Problem: Die MLS-Kapazität ist erschöpft, Messis Zukunft offen, und die Uhr tickt.

Ein transfer, der drei stars bewegt

Die Regel ist gnadenlos. Maximal drei „Designated Player“ darf ein MLS-Klub besetzen, jene Profis, deren Gehalt das Salary-Cap sprengt. Miami hat bereits Messi, De Paul und Berterame unter Vertrag. Für Salah müsste also einer weichen – oder die Liga ihre Regeln biegen. Klubbesitzer Jorge Mas will offenbar genau das. Interne Gespräche laufen, heißt es. Die Frage ist nur: Wer gibt den Platz frei? Berterame gilt als heißester Kandidaten, doch der Mexikaner ist erst seit Januar da.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Salah erzielte 255 Tore in 435 Pflichtspielen für Liverpool, gewann die Premier League zweimal und 2019 die Champions League. Er ist Markenbotschafter, Social-Media-Riese und Verkaufsschlager. Für Mas also ein Jackpot, selbst wenn der Ägypter nur zwei Jahre bleibt. Die Einnahmen aus Trikotverkäufen und TV-Rechten würden die Mehrkosten decken – so die interne Kalkulation.

Saudi-arabien schläft nicht

Saudi-arabien schläft nicht

Parallel dazu lauert Al Hilal. Der saudische Klub bietet keine Salary-Cap, sondern ein offenes Konto. 180 Millionen Euro hatte Al Ittihad bereits 2023 auf den Tisch gelegt, damals lehnte Liverpool ab. Nun könnte Salah selbst bestimmen. Die Liga wirbt mit einem eigenen Team, das auf ihn zugeschnitten wird: eigene Flugmaschine, Privatstadium, Werbeverträge im Wert von 50 Millionen Euro jährlich. Die Entscheidung fällt innerhalb der nächsten drei Wochen, verlautet aus dem Umfeld des Spielers.

Ramy Abbas Issa, Salahs Berater, dementiert alles und nichts. „Wir wissen nicht, wo Mohamed 2025 spielt“, schrieb er auf X. Das klingt nach Standard, ist aber taktisch. Je unklarer die Lage, desto höher der Preis. Klubs bieten mehr, wenn sie glauben, dass ein Konkurrent bereits zugeschlagen hat. So funktioniert Marktmechanik im Profifußball.

Messi-Kapitel mit VerfallsdatumUnd dann ist da noch Lionel Messi. Der Argentinier plant laut Vereinskreisen, nach der WM 2026 nur noch eine weitere Saison in der MLS zu spielen. Sollte Salah nach Miami wechseln, bliebe ihm maximal 18 Monate Zeit, um mit dem Sechsmaligen Weltfußballer ein Duo zu bilden. Ein Kurzstreckentraum, der sich in Rekordzeit abspielen würde. Die Leihgabe wäre trotzdem ein Coup – für die Liga, für die Fans, für die Einschaltquoten. Die MLS hat bereits ihre Play-off-Struktur angepasst, um internationale Stars länger im Rennen zu halten. Ein Zufall ist das nicht.

Für Salah geht es um mehr als nur um Geld. Er wird 33, das Sprunggelenk meldet sich, die Frage nach der sportlichen Erbauung wird laut. In Miami könnte er von Anfang an Gestaltungsspielraum bekommen, in Saudi-Arabien wäre er das Zentrum eines neuen Projekts. Beide Optionen haben Charme, beide haben Haken. Die Uhr tickt, der Sommer naht. Wer zuerst unterschreibt, bestimmt den Markt. Und Salah weiß: Sein nächster Vertrag wird der letzte große sein.