Sal da vinci räumt ab: sanremo geht in sein finale – und conti verabschiedet sich
76 Jahre alt, 76 Mal Herzklopfen – und gestern Abend war Schluss. Sal Da Vinci schmetterte Per sempre sì, die Jury schmetterte zurück: Sieger. Knapp dahinter landeten die Rapperin Sayf und das Pop-Duo Ditonellapiaga, während Fulminacci und Serena Brancale die Kritikerpreise einheimsten. Doch der eigentliche Showdown fand heute Nachmittag in der Hotelhalle statt: Carlo Conti trat vor die Presse, lächelte, schluckte, sagte Danke – und verließ nach fünf Jahren die Ariston-Bühne.
Conti zieht bilanz: „ich nehme 17 lorbeeren mit“
Er habe keine Tränen vergossen, versicherte der 63-Jährige, „nur Regentropfen auf dem Anzug“. Dann zählte er stolz die Zahlen runter: 97 Prozent Marktanteil im Finalslot, 14 Millionen Tweets, null Skandale. „Wir haben bewiesen, dass Sanremo nicht mehr nur Nonnas und Neapel bedient, sondern auch Spotify-Kids.“ Die Rai-Chefs nickten, die Werbebuchungen für 2027 seien bereits 18 Prozent über dem Vorjahr.
Die Frage, wer 2027 die Staffel übernimmt, ließ Conti offen. „Ich habe den Staffelstab gereicht, nicht weggeworfen.“ Insider tippen auf Amadeus oder – Überraschungskandidat – Stefano De Martino, der als Sidekick schon diesmal durchbrach. Der Moderator scherzte: „Wenn sie mich rufen, bringe ich TikTok aufs Parkett, nicht nur die Bagutti-Fans.“

Sal da vinci kündigt eurovision-zusage an
Während Conti sich verabschiedete, machte der neue Champion schon nächste Pläne. „Ich nehme den Song nach Liverpool mit – und ich nehme Geolier mit“, sagte Da Vinci und meinte damit den Rapper, der im Duett die Nummer eins der Streaming-Charts eroberte. Der Neapolitaner lachte: „Wenn das RAI-Orchester Balkan-Trap spielt, platzt der Aston.“
Die restlichen Finalisten nutzten die Bühne für politische Statements. Fulminacci prangerte das Schweigen über Femizid an und zitierte Gino Cecchettin: „Ein Lied kann keine Waffe sein, aber es kann ein Fingerzeig.“ Die Journalisten klatschten länger als nach manchem Song gestern Nacht.
Die 76. Ausgabe des Festivals endet mit einem Plus von 3,2 Millionen Euro für die Rai und einem Minus von einer Stimme: Carlo Contis. „Ich werde zuschauen, ich werde mich freuen, ich werde weinen – nur nicht mehr hinter der Kulisse“, sagte er und verschwand im Blitzlichtgewitter. Die Ariston-Tür fiel zu, das Sanremo-Fieber beginnt seine Sommerpause – bis die ersten Gerüchte für 2027 durchs Liguren-Land ziehen.
