Sabrina giannini deckt giftflut auf: teflon in der küche – und in unserem blut
673.000 Zuschauer saßen letzte Woche wie hypnotisiert vor den Bildschirmen. Heute Abend, 2. Juni um 21:20 Uhr auf Rai 3, fährt Sabrina Giannini den nächsten Schlag gegen die Chemie-Giganten. Das Thema: eine Pfanne. Genauer gesagt: jede pfannenbeschichtete Pfanne, die seit Jahrzehnten in unseren Küchen steht.
Eine pfanne wird zur tickenden zeitbombe
Indovina chi viene a cena zieht den Faden, der vom Teflon bis ins Grundwasser reicht. Giannini rekonstruiert, wie jene Labore im US-Bundesstaat West Virginia PFAS-Ketten entwickelten, die dann in unsere Töpfe, Matratzen und sogar Feuerwehranzüge wanderten. Die Rechnung: Atemwegskrebs, Immundefekte, Säuglingsfehlbildungen. Das Gift sickert noch heute aus verrosteten Fässern in die Böden, und der Wind trägt die Aerosole bis in fünfzig Kilometer Entfernung.
Das Motiv? Milliardenumsätze. Der Trick? Lobbypapiere, „unabhängige“ Studien und schlafende Aufsichtsbehörden. Giannini legt offen, wie Konzerne wie DuPont und 3M das Risiko seit den 1960er-Jahren kannten und interne Notizen als „vertraulich“ stempelten, während draußen ganze Nachbarschaften mit schwarzem Schleim aus dem Wasserhahn lebten.

Vom anwalt bis zur feuerwehruniform
Im Zentrum der Folge steht ein Einzelkämpfer: der Jurist Rob Bilott, in den USA längst mit Erin Brockovich verglichen. Seine 70.000 Seiten Prozessakten werden zum Drehbuch einer Reise durch Labore, Gerichtssäle und verlassene Industriebrachen. Giannini folgt dem Spurenmaterial bis ins Innere von Feuerwachen, wo Einsatzkräfte tagtäglich Anzüge tragen, die dieselben PFAS-Ketten enthalten – nur in noch höherer Konzentration.
Die Zahl, die bleibt: 99 % der US-Amerikaner weisen PFAS im Blut nach. Die EU-Kommission schlägt gerade Grenzwerte vor, die die Industrie bereits als „unwirtschaftlich“ attackiert.

Was tun, wenn die eigene küche vergiftet ist?
Giannini gibt Antworten statt nur Alarm zu schlagen. Sie zeigt, welche Alternativen bereits im Regal stehen, warum Edelstahl besser ist als jede „Antihaft“-Versprechen und wie Verbraucherverbände derzeit Stoffproben aus Supermärkten pflücken. Die Sendung endet mit einem Appell an die Ministerpräsidenten der Länder: „Verbietet PFAS in Kinderspielzeug und Lebensmittelverpackungen, bevor die nächste Generation das Erbe dieser Chemie-Kriege ausbaden muss.“
Die 72. Folge läuft heute live und ab Mitternacht on demand auf RaiPlay. Die Quote der letzten Woche war kein Zufall. Sie war ein Warnschuss.
