Sabrina ferilli kehrt als gloria zurück – mit lügen, verrat und einem comeback aus dem knast

Kurz vor Mitternacht schlägt Rai 1 heute den Vorhang auf für eine Frau, die nichts zu verlieren hat. Sabrina Ferilli steigt wieder in die Haut von Gloria Grandi, jener Diva, die 2024 ganz Italien vor den Fernseher nagelte – und jetzt aus dem Gefängnis kommt, um sich selbst neu zu erfinden.

Die lüge war nur der anfang

Gloria ist nicht einfach zurück. Sie ist entlassen worden, kahl, schlank, wütend. Die Haare nachwachsen, der Ruf nicht. Was sie in der Haft geplant hat, ist kein Comeback im klassischen Sinn, sondern ein Komplott gegen alle, die sie fallengelassen haben: den Agenten, die Tochter, die Presse. Jede Folge wird zu einem Katz-und-Maus-Spiel, bei dem der Zuschauer nie weiß, wer hier jagen und wer fliehen muss.

Drehbuchautorin Stefano Bises hat die Karten neu gemischt. Statt roter Teppiche gibt es schummrige Bars in Rom, statt Glamour Schmuggelzellen am Tibor. Gloria nutzt ihre schauspielerische Kunst nicht mehr für die Kamera, sondern gegen das, was man über sie denkt. Die erste Szene: Sie betritt ein leeres Theater, schreit ihr altes Monologstück gegen die Kulisse – und merkt, dass niemand zuhört. Dann klingelt das Handy. Ihre alte Rivalin, gespielt von Claudia Gerini, bietet ihr ein Casting an. Die Ironie: Es geht um die Rolle einer vergessenen Diva.

Ferilli selbst hat in den letzten Monaten 14 Kilogramm abgenommen, sich die Nägel kurz geschnitten und mit ehemaligen Häftlingen gesprochen. „Ich wollte nicht spielen, dass sie hart ist. Ich wollte spüren, wie sich Hoffnung anfühlt, wenn man um fünf Uhr morgens aufwacht und die Zelle noch dunkler ist als die Zukunft“, sagte sie dem Corriere della Sera. Das Resultat schimmert bereits durch die Vorschau: ein Blick, der zwischen Dankbarkeit und Rache schwankt.

Warum genau jetzt jeder einschalten sollte

Warum genau jetzt jeder einschalten sollte

Streamingdienste pumpen wöchentlich neue Serien, aber kein Format beschäftigt sich mit dem Zeitraum nach dem Skandal. Gloria ist die erste Serie Europas, die ein Post-Shame-Kalkül fährt. Die Quote der ersten Staffel lag bei 28 % – ein Wert, den seitdem nur noch Fußball-Länderspiele knackten. Rai 1 hat deshalb die Werbeblöcke verdoppelt, und Werbefachleute rechnen mit einem Rekordpreis von 280.000 Euro pro 30 Sekunden. Wer heute abschaltet, verpasst nicht nur ein Stück Fernsehgeschichte, sondern auch die Gewissheit, morgen nicht mehr mitreden zu können.

Um 21.25 Uhr startet die Doppelfolge. Um 23.05 Uhr twittert vermutlich halb Italien über das Finale der ersten Nacht – ein Cliffhanger, der so gemein ist, dass er schon vorab als Meme kursiert. Die Rede ist von einer Kamera, die Gloria dabei filmt, wie sie sich selbst die Maske runterreißt. Literarisch gesprochen: Sie entlarvt sich, um sich neu erfinden zu können. Fernsehgeschichtlich gesprochen: Ein Moment, der allein schon wegen des Drohbriefs an die Academy Awards diskutiert wird. Denn Rai hat die neue Staffel heimlich für die Emmys eingereicht.

Kurz vor Sendeschluss wird Gloria in der zweiten Episode einen Satz sagen, der morgen in Zeitungskopfzeilen stehen wird: „Ich bin nicht schuldig, ich bin nur noch nicht fertig.“ Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – ich sage Ihnen: So schnell haben Sie selten eine Frau fallen und wieder aufstehen sehen. Schalten Sie ein, oder behaupten Sie morgen nur, Sie hätten es kommen sehen.