Sabalenka zerschlägt rybakinas traum mit einer rückhand, die indian wells erbebt
Die Wüste kochte, die Kupplung glühte. Aryna Sabalenka stand mit dem Rücken zur Wand, 3:6, 0:1 zurück, und irgendjemand im Stadion fragte sich laut, ob die Belarusin diesmal wieder den kürzeren ziehen würde. Dann trat sie einen Meter vor die Grundlinie, holte aus, und ihre Rückhand explodierte wie ein Druckkochtopf. 7:6, 8:6 im Match-Tiebreak – ihre erste Trophäe in Indian Wells, 1,15 Millionen Dollar, Ranglisten-Pole behalten. Die Revanche war perfekt, nur sechs Wochen nach dem Debakel von Melbourne.
Rybakina war nah dran, aber nah genährt reicht nicht
Elena Rybakina schien die Hitze zu lieben. 32 Grad Schatten, keine Wolke, und die Kasachin servierte wie aus einem Katapult. 11 Asse im ersten Satz, Sabalenka taumelte. Doch Tennis ist ein Spiel der Nuancen. Beim Stand von 4:5 im Entscheidungssatz servierte Sabalenka zum vermeintlichen Ausgleich, verwarf den ersten Matchball mit einem Vorhandfehler, und plötzlich lag alles im Tiebreak. Dort wehrte sie bei 5:6 einen Rybakina-Volley ab, schmetterte eine Rückhand longline, die den Balljungen fast aus den Latschen hob, und verwandelte beim eigenen ersten Aufschlag.
Die Statistik? Zweieinhalb Stunden, 198 km/h Top-Speed, 41 Winner gegen 38. Die Zahl, die keiner erwartet hatte: Sabalenka holte 64 % ihrer zweiten Aufschläge ins Feld – normalerweise ihre Achillesferse. „Ich habe einfach beschlossen, heute zu leben“, sagte sie später, das Gesicht noch rot vom Sonnenbrand, „und nicht zu sterben.“

Der check in richtung paris ist bereits unterschrieben
Mit dem Sieg baut Sabalenka ihre Serie auf 15:2-Sätze in Finals aus, seit sie 2022 ihr erstes Major gewann. Noch wichtiger: Sie schickt ein Signal Richtung Roland-Garros, wo sie im Vorjahr im Achtelfinale scheiterte. Ihr Coach Anton Dubrov verriet, dass sie auf Clay bereits mit einem neuen Schlägerexperimentiert, mehr Spin, weniger Bespannungshärte. „Wenn sie so zurückkommt, wird sie auf Sand nicht mehr wegzudenken sein“, sagt er, während er die silberne Trophy in eine Thermohülle packt.
Rybakina wird trotz der Niederlage Montag die neue Nummer zwei – ein kleiner Trost, aber sie weiß, dass sie Sabalenka körperlich und mental gefährlich ist. Das Duo hat sich in den letzten 14 Monaten fünfmal in Finals gegenübergestanden; drei Siege gehen an die Belarusin, zwei an die Kasachin. Das nächste Kapitel steht bereits an: beide haben sich für Stuttgart gemeldet, Indoor-Clay, keine 30 Grad, dafür Hallenluft, die jeden Ball schneller fliegen lässt.
Indian Wells gilt als das fünfte Major, Sabalenka fehlen nun nur noch Wimbledon und das olympische Gold, um den Karriere-Golden-Slam zu komplettieren. Ihre Antwort auf die Frage, ob sie das schaffe, fällt typisch aus: „Ich habe heute gelernt, dass Wüsten erblühen, wenn man sie einfach mal anschreit.“ Dann lacht sie, springt in den Pool des VIP-Bereichs und lässt die 1,15 Millionen Dollar auf dem Handtuch liegen – als wären es nur Münzen fürs Sonnenbad. Die Saison ist jung, aber ihre Handschrift ist bereits unauslöschlich.
