Sabalenka am tiefpunkt: karriere-zweifel nach french-open-debakel?
Paris – Aryna Sabalenka, die unangefochtene Nummer 1 der Weltrangliste, steckt nach ihrem schmerzhaften Aus im Viertelfinale der French Open in einer tiefen Krise. Die Belarussin, die das Turnier als klare Favoritin bestritt, verlor nicht nur das Match gegen Diana Shnaider, sondern offenbar auch den Glauben an sich selbst.
Ein zusammenbruch in drei sätzen
Sabalenka führte im zweiten Satz bereits mit 5:3 und schien dem Sieg nahe. Doch dann folgte ein katastrophaler Einbruch. Shnaider, die 22-jährige Russin, nutzte die zunehmende Nervosität der Top-Spielerin geschickt aus und sicherte sich den Satz mit 7:5. Im entscheidenden dritten Satz spielte Sabalenka kaum noch Tennis – ein 0:6 demonstrierte eindrücklich ihre Hilflosigkeit. „Ich glaube, ich bin mental in ein tiefes Loch gefallen und habe es einfach nicht mehr geschafft, mich wieder zu fangen“, gab Sabalenka im Anschluss desillusioniert zu.

Rücktrittsgedanken und zerstörerische impulse
Die Situation scheint ernst. Im Rahmen der Pressekonferenz äußerte Sabalenka sogar spontan den Wunsch, mit dem Tennis aufzuhören. „Ich will am liebsten sofort mit Tennis aufhören, aber mal sehen“, erklärte sie sichtlich mitgenommen. Diese Äußerung, die sie später als Ausdruck ihrer momentanen Gefühlslage relativierte, deutet auf eine tiefe Frustration hin. Die Belarussin schilderte eine Lähmung, eine völlige Abwesenheit von „Gedanken, keine Gefühle“. Ihre Reaktion auf die Niederlage offenbarte eine Athletin am Rande ihrer Belastungsgrenze. Der Wind auf dem Court Philippe Chatrier mag eine Rolle gespielt haben, doch Sabalenka schob die Schuld nicht auf äußere Umstände.

Emotionale achterbahnfahrt und frust
Die Zuschauer erlebten eine völlig verunsicherte Sabalenka, die ihren Frust immer wieder lautstark zum Ausdruck brachte. Sie gestand, sich „einfach leid zu verlieren, nur weil ich zu emotional war“. Das ist kein neues Problem für die oft emotional aufspielende Sportlerin, doch die French Open scheinen eine neue Dimension des psychischen Drucks offenbart zu haben. Was sie tun wird, um ihre Emotionen besser in den Griff zu bekommen, ist offen. Mit einem Augenzwinkern kündigte sie an, möglicherweise den Tag nach dem Match in einem Zorneszimmer verbringen und dort alles kurz und klein schlagen zu wollen – „vielleicht hilft es, vielleicht auch nicht.“
Die Niederlage gegen Shnaider ist nicht nur ein sportliches Missgeschick, sondern wirft ernsthafte Fragen nach der mentalen Stabilität einer der dominierenden Spielerinnen des Tennis auf. Ob Sabalenka diesen Tiefpunkt überwinden und gestärkt aus der Krise hervorgehen kann, wird die kommende Zeit zeigen. Die Tenniswelt blickt gespannt.
