Saarbrücken rast fan zhendong zum triple – düsseldorf tritt sich die zähne aus

Frankfurt war Sonntagabend keine Bühne, sondern ein Tatort. Borussia Düsseldorf stampfte mit blanken Waffen in die Frankfurter Arena und verließ mit leeren Händen. 1:3 lautet die nüchterne Zahl, doch das Finale des neuen Final4-Modus erzählt eine andere Geschichte: Die Saarländer feiern nach Champions-League und Pokal jetzt auch die Meisterschaft – die erste Triple-Season ihrer Historie.

Das paradox des tages: fan siegt und wechselt trotzdem

Fan Zhendong, 29, Olympiasieger, Ex-Weltranglistenerster und ab Sommer Düsseldorfer, lieferte sich mit Dang Qiu ein Duell, das man in Deutschland so schnell nicht wieder sieht. Jeder Ball ein Tempowunder, jeder Topspin ein Gedicht. Qiu versuchte, den Chinesen über die Vorhandmitte zu stören, doch die legendäre Rückhand von Fan war einfach schneller – 3:1. Die Menge sang seinen Namen, während Hinterzimmer schon den Umzugsvertrag parat hielten.

Darko Jorgic wollte seinen Abschied nach sieben Jahren in Saarbrücken würdigen. Es wurde ein Albtraum. Kanak Jha zerlegte den Slowenen in drei Sätzen wie einen Neuling – 0:3. Der US-Boy spielte mit dem Mut der Verzweiflung und jagte jeden Ball so hart, dass Jorgic die Orientierung verlor.

Als franziska den matchball traf, schwieg düsseldorf

Als franziska den matchball traf, schwieg düsseldorf

Patrick Franziska stand vor Anton Källberg und schlug genau jene Vorhand longline, die der Schwede nicht mehr erreichte. 3:1, der FCS-Kapitän hatte den Sack zugemacht. Die Saarbrücker Bank explodierte, auf der Tribüne rang Timo Boll die Hände. Die 35. Meisterschaft bleibt ein Traum. Zweimal in Folge ohne Titel – das gab es bei Borussia zuletzt vor 14 Jahren.

Die Zahlen sprechen laut: Saarbrücken holte in einer Saison Champions League, Pokal und Meisterschaft. Nur zwei andere Clubs schafften das zuvor: TTC Zugbrücke Grenzau 1987 und Düsseldorf 2010/11. Die Ironie: Düsseldorf verlor das Triple gegen jenen Spieler, den sie verpflichtet haben, um wieder Triple zu gewinnen.

Zum ersten Mal fand die Endrunde als zweitägiges Turnier statt – und Borussia bewies, dass neue Formate keine neuen Siege garantieren. Die Saarbrücker feiern bis tief in die Nacht, die Rheinländer fliegen heim und überlegen, wie man einem Superstar beibringt, gegen sich selbst zu gewinnen.