Rydzek zurück auf dem podest: schwedinnen dominieren, kläbo marschiert weiter

Coletta Rydzek hat in Lahti wieder die Kurve gekriegt. Nach Monaten des Wartens springt die Oberstdorferin im finnischen Schneegestöber auf Rang drei, nur zwei Schwedinnen sind schneller. Es ist ihr erstes Podest seit dem Olympiabronze im vergangenen Februar – und genau wie damals spürt sie den Druck der eigenen Erwartungen.

Lahti bleibt ihr persönlicher glücksfall

3:07,84 Minuten stehen auf der Uhr, als Rydzek durchs Ziel rutscht. Jonna Sundling (3:07,00) und Linn Svahn (3:07,17) lassen sie alt aussehen, doch die 0,84 Sekunden Rückstand sind ihr egal. Sie atmet tief durch, lächelt verschmitzt und weiß: Diese Piste liegt ihr. Bereits 2024 hatte sie hier erstmals Weltcup-Luft geschnuppert, damals gewann sie – ihren einzigen Sieg bislang. Nun also die Premiere in Bronze, und die Zahl fünf im Kopf: fünf Podestplätze in 79 Weltcupstarts. Statistiker würden sagen: überschaubar. Rydzek sagt: „Endlich wieder Vollgas statt Valium.“

Die deutsche Damentruppe aber bleibt ein Puzzle mit fehlenden Teilen. Laura Gimmler, erst vor zwei Wochen noch mit Rydzek im olympischen Dreiergespann, verpasst als 14. das Halbfinale. Einen Stockbruch später verabschiedet sich Sofie Krehl auf Platz 28. Beide schauen in die Röhre, während die Schwedinnen den Sprint zur Staffel degradiieren.

Kläbo schreibt geschichte im vorbeilaufen

Kläbo schreibt geschichte im vorbeilaufen

Während die Frauen um Zehntel kämpfen, zerlegt Johannes Hösflot Kläbo das Feld mit einer Nonchalance, die an eine Trainingseinheit erinnert. 110. Weltcupsieg – mehr als jeder Skilangläufer je zuvor. Die Uhr stoppt bei 2:51,60 Minuten, Lars Heggen und Jules Chappaz sammeln die Restkrümel. Für Deutschland bleibt Jan Stölben im Viertelfinale hängen, weit hinter dem Norweger, der sich bereits die Zähne für Oslo putzt.

Die Bilanz des Wochenendes: ein Podest, zwei enttäuschte Hoffnungen, ein Rekord. Die Saison ist noch lang, doch Lahti liefert das alte Bild: Schwedinnen oben, Kläbo vorn, Deutschland irgendwo dazwischen – mit Coletta Rydzek als Leuchtfeuer inmitten des Schneetreibens.