Rydzek stürmt in lahti zurück aufs podest – und stoppt schweden-triumph

Coletta Rydzek hat Lahti wieder im Griff. Ein Jahr nach ihrem ersten Weltcup-Sieg sprintet die 28-Jährige über 1,2 Kilometer zum dritten Mal in Folge aufs Podest – diesmal mit Bronze, dafür mit dem Rückenwind einer Saison, die so turbulent begann wie selten zuvor.

Ein wimpernschlag verhindert den schwedischen dreifach-triumph

0,12 Sekunden. So viel fehlte Schwedens Johanna Hagström im Zielsprint, um Rydzek noch zu stoppen. Die Deutsche setzte sich im Finish durch, verhinderte damit ein Triple aus Stockholm und schob sich zwischen Jonna Sundling und Linn Svahn. Das Stadion kochte – nicht nur wegen der Skandinavierinnen, sondern wegen eines Auftritts, der beweist: Rydzek ist zurück in der Weltspitze, nachdem sie sich im Winter zuvor mit Formtiefs und Wechselgedanken herumgeschlagen hatte.

Doch der Weg ins Finale war ein Spiel mit dem Glück. Viertes im Halbfinale, weil eine Konkurrentin wegen Fahrfehler ausgeschlossen wurde. „Ich habe erst gemerkt, dass ich weiter bin, als die Jungs am Streckenrand gejubelt haben“, sagt sie im Zielbereich. Die Lucky-Loser-Regel rettete sie – und verschaffte ihr die Chance, die sie prompt nutzte.

Teamkollegin gimmler muss zuschauen

Teamkollegin gimmler muss zuschauen

Die eigene Freude hat ihren Preis. Laura Gimmler, mit der Rydzek in Italien Olympisches Bronze im Teamsprint gewann, flog im Viertelfinale raus. Dritter Platz im langsamen Heat, keine Zeit für die Trostrunde. Während Rydzek sich warm läuft, steht Gimmler am Rand, Handschuhe ausgezogen, Blick leer. „So ist der Sport“, sagt sie später trocken. „Gestern noch Partnerin, heute Gegnerin.“

Sofie Krehl erlebte ihr eigenes Mini-Drama. Stockbruch mitten im Viertelfinale, anschließend 30 Meter Rückstand. Sie ließ das Rennen ausrollen, schob sich nach hinten. Ein Bild des Frusts.

Männer-team ohne durchbruch

Männer-team ohne durchbruch

Bei den Männern blieb Jan Stölben die letzte deutsche Hoffnung. 24 Jahre alt, bis zur letzten Kurve vorne, dann zogen sie alle vorbei. Platz fünf im Heat, kein Finale. Anian Sossau-Daubermann verpasste die K.o.-Runde um 0,08 Sekunden – so knapp, dass die Zeitmessung zwei Kontrollläufe brauchte. Johannes Høsflot Klæbo gewann souverän, die Norweger-Dominanz bleibt ungebrochen.

Die kasse klingelt – und die saison lebt

Die kasse klingelt – und die saison lebt

Mit dem dritten Platz springt Rydzek auf Rang acht der Gesamtwertung. Das klingt nach Statistik, ist aber mehr: Jede Platzierung bringt Preisgeld, jedes Preisgeld Sicherheit für den Sommertrainingblock. Denn anders als in den großen Ballsportarten fließt im Langlauf kein Millionen-Torrent – hier zählt jedes Weltcup-Finale. Rydzek weiß das. Sie packt die Medaille ein, lächelt kurz, dann geht’s zum Cool-Down. Die nächste Station: Drammen, in einer Woche. Dort will sie die Serie ausbauen – und vielleicht schon wieder Silber oder Gold holen. Für Schweden wird es dann wieder heiß: Aufpassen, Coletta kommt.