Ryan garcia: zwischen hype, fehltritten und dem kampf um respekt
Ryan garcia: zwischen hype, fehltritten und dem kampf um respekt
nnRyan Garcia, 27 Jahre alt, besitzt zwei Dinge, die sich viele Boxer in seinem Alter sehnlichst wünschen: Geld und Einfluss. Mit über 12,5 Millionen Followern auf Instagram gehört er zu den populärsten amerikanischen Boxern auf der Plattform, hinter Jake Paul (28,8 Millionen), Floyd Mayweather (29,2 Millionen) und Mike Tyson (33,9 Millionen). Seine Kämpfe ziehen ein großes Publikum an, wie der Knockout-Verlust gegen Gervonta Davis im Jahr 2023, der 22,8 Millionen Dollar an Ticketeinnahmen generierte und schätzungsweise über 1,2 Millionen Pay-per-View-Käufe verzeichnete.
nnDer fehlende weltmeistertitel
nnTrotz seines kommerziellen Erfolgs und seiner medialen Präsenz fehlt in Garcías professioneller Karriere bisher ein Weltmeistertitel. Dies, so Garcia selbst, ist der letzte verbleibende Baustein, um sein sportliches Vermächtnis zu vollenden. Vor seinem Kampf gegen Mario Barrios erklärte er gegenüber ESPN: „Ich bin ein wenig anders und habe meine Karriere rückwärts angegangen. Ich plane jetzt, so viele Weltmeistertitel wie möglich zu holen, um das Bild meiner gesamten Karriere zu vervollständigen. Ein Weltmeister zu sein bedeutet, der Beste der Welt zu sein, und der Beste der Welt zu sein, ist das, wozu mich Gott bestimmt hat.“
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Von schnelllebigkeit zu marathon
nnGarcia hatte einst angedeutet, seine Boxkarriere mit 26 Jahren zu beenden, um sich anderen Projekten zu widmen. Doch er erkannte, dass er sich zu schnell bewegen wollte und sich keine Zeit genommen hatte, sich als Boxer weiterzuentwickeln. Mit der Rückkehr seines Vaters als Trainer möchte er nun einen nachhaltigeren Ansatz verfolgen. „Ich dachte, ich könnte Boxen 'speedrunnen' und alles erreichen, was ich mir vorgenommen hatte, in einem bestimmten Alter“, sagte Garcia. „Offensichtlich lag ich falsch, aber alles ging in meinem Leben immer schnell vonstatten. Ich wollte einen Mega-Kampf und ich habe ihn gegen Gervonta Davis bekommen. Ich wollte nur gegen die besten Kämpfer der Welt antreten und es schnell erledigen, aber die Dinge ändern sich, und ich verstehe jetzt, dass dies ein Marathon ist, nicht ein Sprint.“
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Kontroversen und rückschläge
nnNach seinem Kampf in der ausverkauften T-Mobile Arena in Las Vegas stagnierte Garcías Karriere. Er konnte in wichtigen Kämpfen nicht überzeugen, mit einer Bilanz von 1:1 und einem No-Contest seit Dezember 2023. Im April 2024 wurde er wegen positiver Dopingtests für ein Jahr gesperrt und geriet aufgrund umstrittener Entscheidungen außerhalb des Rings in die Kritik. Ehemaliger Weltmeister Sergio Mora äußerte sich kritisch gegenüber seiner Disziplin und seinem Engagement.
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Potenzial und zweifel
nnTrotz der Kritik besitzt Garcia außergewöhnliche körperliche Fähigkeiten, blitzschnelle Hände und eine enorme Schlagkraft. Doch seine Gegner fordern ihn auf, sein Potenzial endlich in Konstanz umzusetzen. „Er hat das Potenzial, die Welt zu erobern, aber seine Trainingsdisziplin, seine Trainerwechsel und seine Probleme außerhalb des Rings sind ein Problem“, so Mora. Garcia selbst entgegnet: „Ich habe mein ganzes Leben gewonnen. Ich bin kein Verlierer. Ich habe 15 nationale Titel als Amateur gewonnen und viele gute Leute besiegt. Was soll’s?
