Rwe plant mega-umbau – doch der stadion-deal droht zu platzen

Rot-Weiss Essen will die Ecken der Hafenstraße schließen, 25 Millionen Euro investieren und sich damit für die 2. Bundesliga rüsten. Doch der Spatenstich ist noch nicht in trockenen Tüchern, weil sich Klub und Stadt über die Pacht für den Aufstiegsfall nicht einig sind. Ein Brief mit guten Absichten reicht nicht – es fehlt der rechtsverbindliche Vertrag.

Der august 2026 steht im kalender, aber nicht im grundbuch

Die GVE (Grundstücksverwaltung Essen) pocht auf eine Pachtverlängerung bis 2031 und eine deutlich höhere Miete, sollte RWE in die Zweite aufsteigen. Ex-Vorstand Marcus Uhlig hatte dafür 2,4 Millionen Euro pro Jahr verhandelt. Sein Nachfolger Marc-Nicolai Pfeifer schüttelt den Kopf: zu teuer. Die Stadt wiederum will nicht auf ihrer Betriebskosten-Faust von 1,3 Millionen Euro jährlich sitzen bleiben. Ohne Einigung droht eine Verzögerung – und die Liga schaut genau hin.

Die DFL verlangt für eine Zweitliga-Lizenz nicht nur geschlossene Ecken, sondern auch Notstromaggregate, VAR-Anbindung, Glasfaserleitungen und ein Ausweichstadion. Alles schon auf dem Schreibtisch, alles noch ohne Unterschrift. Wer übernimmt die Kosten? Die Antwort schwankt zwischen „der Verein“ und „die Kommune“, je nachdem, wer gerade spricht.

Die stadt bereitet sich auf den alleingang vor

Die stadt bereitet sich auf den alleingang vor

Laut Insidern hat der Rat bereits intern beschlossen, 30 Millionen Euro aus dem Stadtsäckel zu nehmen, falls der Pachtvertrag platzt. Die Planunterlagen liegen, nur Verkehrs- und Emissionskonzept fehlen – Formsache, sagen manche, Spielverzögerung, sagen andere. Der erste Spatenstich ist für den 13. August 2026 terminiert, die letzte Ecke soll am 2. Mai 2028 stehen. Ein strammer Zeitplan, der sich bei jeder Verzögerung nach hinten verschiebt.

Parallel feiert die Mannschaft auf dem Platz. Platz drei, Relegationsrang, 4:2 gegen Aue – die Emotionen auf der Tribüne wachsen schneller als die Baukräne. Die Fans wollen keine Ausreden, sie wollen 2. Bundesliga in einer geschlossenen Arena. Die Politik will keine Schulden, sie will eine nachhaltige Lösung. Dazwischen steht ein Verein, der sportlich nach oben schielt, aber noch nicht weiß, wie teuer der Blick nach oben wird.

Der Deal ist nicht ganz geplatzt, er schwankt nur. 25 Millionen Euro für ein Stadion, das der Klub nicht besitzt, eine Stadt, die nicht zahlen will, und eine Mannschaft, die nicht mehr in der dritten Etage bleiben will. Wer zuerst blinkt, bestimmt, ob 2028 wirklich die Ecken zugehen – oder ob die Hoffnung ein weiteres Mal in offenen Enden endet.