Ruud fegt khachananov bei platzregen weg und schreibt rotwein-geschichte
Casper Ruud hasste den Regen als Kind. Am Mittwoch war er sein bester Freund. Bei 14 °C und sintflutartigen Schauern drehte der Norweger in Rom auf, wie ein Skifahrer, der plötzlich die Piste wechselt: 6-1, 1-6, 6-2 gegen Karen Khachanov – und damit zum achten Mal unter den letzten Vieren eines Masters-1000 auf Sand.
Ruud tritt ein bei moyá, muster, ríos – und vor tsitsipas
Die Zahl klingt nach Statistik, ist aber ein Stempel auf der Haut. Nur neun Spieler schafften es häufiger als der 25-Jährige, nur vier davon Europäer. Der Clay-Counter von Oslo zieht mit Carlos Moyá, Thomas Muster, Marcelo Ríos und Stefanos Tsitsipas gleich – und blickt bereits auf David Ferrer (9) und Alexander Zverev (10).
Die Partie war zwei Mal unterbrochen, als der Foro Italico unter Wasser stand. Beim Stand von 6-1, 0-1 für Ruud pfiff der Schiedsrichter ab, die Bälle schwammen. Zurück auf dem Court verlor der Norweger plötzlich den Takt, versenkte Returns im Netz, schlug Doppelfehler wie Tennisbälle aus dem Automaten. Khachanov nahm den Satz mit 6-1, doch im dritten Durchgang riss Ruud das Ruder wieder herum: break, break, hold – 4:0 nach 18 Minuten. Fertig.

Freitag droht jódar – oder das italienische märchen darderi
Nun wartet entweder Rafa Jódar, der Madrilene, der in dieser Saison selbst auf Sand fliegt, oder Luciano Darderi, der Qualifikant aus Italien, der noch schneller ist als der Regen. Ruud selbst ist seit 2024 Nr. 4 der Clay-Win-Liste – hinter Sinner, Alcaraz und Djokovic. Bei 27 Jahren steht er kurz vor seiner vierten Sand-Masters-Finals.
Was niemand erwähnt: Ruud trainierte im Winter in Monte Carlo mit einem neuen Fitnesstrainer, der früher beim norwegischen Skiverband arbeitete. Die Beine sind jetzt ein Gaspedal. Gegen Khachanov rannte er 1,8 km mehr als der Russe – in nur zwei Sätzen. Die Zahlen lügen nicht, und die Geschichte auch nicht: In Rom schreibt sich derzeit ein neues Kapitel – mit Casper Ruud als Protagonist.
