Russell und mercedes erwachen: doppelsieg beim australien-gp 2026
Melbourne, 8. März 2026. Sechzehn Monate Warten, ein neues Reglement und ein Elektromotor, der Überholmanöver wie aus einem Videospiel produziert — George Russell hat die Formel 1 mit einem Paukenschlag in ihre neue Ära geführt. Mercedes holte beim Großen Preis von Australien einen Doppelsieg, Kimi Antonelli komplettierte das Ergebnis auf Platz zwei. Die Silberpfeile sind zurück.
Ein rennen, das sich nach mario kart anfühlte
"Sehr schön, sehr schöööön, ich mag dieses Auto, ich mag diesen Motor" — Russells Funk an die Box fasste zusammen, was auf dem Albert Park Circuit passierte. Der neue Overtake Mode, der den klassischen DRS-Klappflügel ersetzt, verwandelte die Spitzengruppe in ein chaotisches Hin und Her. Wer weniger als eine Sekunde hinter dem Vordermann liegt, darf den Elektroschub zünden. Das Ergebnis: Leclerc überholte Russell, Russell überholte Leclerc, Leclerc überholte Russell. Dreimal. Hintereinander. Fast schon absurd — aber hochgradig unterhaltsam.
Russell selbst räumte ein, dass die neuen Regeln es "fast unmöglich" machten, die Führung zu behaupten. "Es war ein harter Kampf", sagte er nach dem Rennen. Dass am Ende trotzdem er oben auf dem Podium stand, lag nicht nur am Tempo des Silberpfeils, sondern auch an einer klügeren Strategie.

Ferrari verschenkt den möglichen sieg an der boxenmauer
Als Isack Hadjar mit einem Motorschaden am Red Bull das Virtuelle Safety Car auslöste, reagierten Mercedes sofort. Beide Fahrer kamen rein, Ferrari zögerte. Hamilton funkte: "Zumindest einer von uns hätte reinkommen sollen." Die Scuderia hörte nicht. Als Leclerc und Hamilton dann doch an die Box mussten, lagen sie hinter den bereits frisch bereiften Silberpfeilen — und kamen nicht mehr vorbei. Leclerc wurde Dritter, Hamilton Vierter. Ein Ergebnis, das bei Ferrari schmerzen wird.
Verstappen kämpft sich von startplatz 20 auf rang sechs
Nach seinem Crash im Qualifying starteteMax Verstappen vom letzten Platz. Was folgte, war eine der typischen Verstappen-Vorstellungen: unnachgiebig, effizient, am Ende Sechster. Weltmeister Lando Norris wurde im McLaren Fünfter — ein enttäuschendes Ergebnis für den Titelverteidiger, der nach dem Ausfall von Oscar Piastri bereits vor dem Start seinen stärksten Teamkollegen verloren hatte. Piastri verlor bei der Installationsrunde die Kontrolle über seinen McLaren: kalte Reifen, ein Kerb, zu viel Leistung. Aus, vorbei, Heimrennen ruiniert.
Audi startet mit schrecken — und einem kleinen lichtblick
Für Nico Hülkenberg und das neue Werksteam Audi begann die Formel-1-Geschichte mit einer bitteren Lektion. Telemetrieprobleme noch auf dem Weg zur Startaufstellung zwangen Hülkenberg zur Aufgabe, bevor das Rennen überhaupt begonnen hatte. Immerhin: Gabriel Bortoleto fuhr als Neunter die ersten WM-Punkte für Audi ein. Kein Triumph, aber ein Zeichen, dass zumindest ein Teil des Projekts funktioniert.
George Russell führt die WM-Wertung nach dem ersten Rennen an. Und Mercedes, lange belächelt, hat der Konkurrenz unmissverständlich gezeigt: Die Silberpfeile schlafen nicht mehr.
